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Ähnlichkeiten bei Farbenschlägen der Haustaube bei unterschiedlichen Erbfaktoren III

Indigo, Andalusier und Dominant Rot

Die eindeutige Zuordnung eines Erscheinungsbildes zu einer genetischen Konstellation von Erbfaktoren ist auch bei einigen Indigovarianten ein Problem. Für viele Züchter ist hier schon das Verständnis von „reinerbig“ und „mischerbig“ schwierig. Für denjenigen, der sich mit Vererbungsfragen nicht befasst hat, ist es unverständlich, dass die auf den Ausstellungen gezeigten Indigo mit Binden, Indigogehämmerten und dunklen Indigo mischerbig sind und nicht reinerbig. Das aber haben sie mit dem Farbenschlag Andalusier gemeinsam. Dies sind auch Tiere mit dem Indigofaktor, der einzige Unterschied zu den anderen Farbenschlägen ist der, dass sie den Farbausbreitungsfaktor besitzt.

Reinerbige bindige und gehämmerte Indigo sehen kaum anders aus als Rotfahle mit Binden und Rotfahlgehämmerte. Reinerbige dunkle Indigo sind kaum von Dominant Roten, wie man sie z.B. bei Deutschen Schautauben kennt, zu unterscheiden. Stärker herumgesprochen hat sich die Spalterbigkeit der Ausstellungstiere für den Farbenschlag Andalusier. Hier ist vielen auch bekannt, dass reinerbige „Andalusier“ hell silbergrau sind.

 http://www.taubensell.de/F30-Hannover-07-162.jpg

Show Racer reinerbig indigo-gehämmert und Pommersche Schaukappe rotfahlgehämmert,  Turkmenischer/Tatschikischer Tümmler  rotfahlgehämmert

Bei einer Vortragsveranstaltung wurde die Frage gestellt, ob man denn aus einem Dominant Roten mit schwarzen Partnern reinerbige Andalusier züchten könne, wie es geschehen sei. Das widerspricht den genetischen Gesetzen. Hinter der Frage steckte eine doppelte Fehleinschätzung. Gemeint war zunächst wohl, ob aus einer solchen Paarung ausstellungsfähige Andalusier fallen können. Ausstellungsfähig und „als Farbenschlag standardisiert“ wurde (fälschlich) mit reinerbig gleichgesetzt. Das war die eine Fehleinschätzung. Was nun, wenn doch offensichtlich nach Meinung des Züchters Andalusier gefallen waren. Ist es dann zumindest möglich, spalterbige Andalusier zu ziehen? Auch das nicht, und das liegt an der zweiten Fehleinschätzung. Der vermeintliche Rote war genetisch gar kein Roter. Er war ganz offenkundig – an seinen Jungtieren erkennbar – ein reinerbiger dunkler Indigo. Dieser wird den Indigofaktor an seine Jungtiere weitergeben. Wenn dann noch der Farbausbreitungsfaktor vom schwarzen Partner dazukommt, dann erhält man Andalusier, und zwar die spalterbigen Ausstellungstiere.

Noch verzwickter kann es allerdings werden, wenn sich der Indigofaktor unter Dominant Roten verbirgt, was man den Tieren äußerlich nicht ansieht. Das ist dann eine andere Ausgangsituation. Aus einer dominant roten Täubin mit dem nicht erkennbaren Indigofaktor können mit einem schwarzen Täuber, der den Töchtern die schwarze Grundfarbe und den Ausbreitungsfaktor vererbt, Andalusier Weibchen fallen.

tauben1

Quelle: Генетика голубей. Введение в практическую генетику домашних голубей,д.э.н., профессор Аксель Зелль

Die Spalterbigkeit der Ausstellungstiere wurde für Andalusier Show Racer verschiedentlich dokumentiert, zuletzt in der mit deutschem Vorwort versehenen russischsprachigen Schrift des Verfassers „Genetik der Tauben“ (ISBN 978-3-9812920-2-2). Die Bildmontage spricht auch ohne Verständnis der Unterschriften für sich. In der ersten Bildzeile ist aufgezeigt, dass Andalusier aus der Verpaarung von Schwarz mit reinerbigen Andalusiern (hellgrau) fallen, ein möglicher Zuchtweg. Diese Ausstellungstiere untereinander verpaart werden wieder im Verhältnis 1:2:1 in Schwarz, Andalusier und reinerbig Andalusier (hellgrau) aufspalten. Praktiziert wird auch die Verpaarung spalterbiger Andalusier mit Schwarzen, woraus zur Hälfte Andalusier und zur Hälfte Schwarze fallen. Auch Paarungen mit Blauen, Blaugehämmerten, Indigo mit Binden und Indigogehämmerten sind möglich und werden praktiziert, wobei in der Folge auch diese Farbenschläge wieder ausspalten werden.

Mimics in the Colorations of the Domestic Pigeon III

A great similarity exists between homozygous barred, checkered and dark Indigo at the one hand and mealy bars, mealy checks and mealy dark checks, often referred to as dominant red, at the other hand. Thus the author was confronted with the question or statement of a fancier who got Andalusian from a dominant red and a black. There are two different explanations. Dominant red might cover the trait indigo. In this case in combination with the black colour and the Spread gene from the black cock from a dominant red hen and a black cock Andalusian daughters may result. More probable, however, the supposed dominant red genetically was a homozygous Indigo dark check, even for experts often hard to differentiate. From such a mating Andalusian in both sexes will result. Fanciers often are not aware that Andalusian (Spread Indigo), Indigo bars, Indigo checks and dark Indigo shown in the standard classes all are heterozygous. For Andalusian – intermediate between black and silver-grey homozygous “Andalusian” – this is demonstrated self explaining in a photomontage in the authors’ Russian language brochure on Pigeon Genetics (ISBN 978-3-9812920-2-2).