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Bericht über die Europaschau in Leipzig 2012 Teil III: Ausgewählte selten ausländische Tümmlerrassen

EE-European Show in Leipzig 2012 Part III: Selected Foreign Rare Tumbler Breeds

Auf der Schau wurden so viele Taubenrassen gezeigt, dass kein vollständiger Überblick möglich ist. In der Folge werden einige der gezeigten Tümmlerrassen vorgestellt, von denen die meisten nicht im Deutschen Rassetaubenstandard aufgeführt sind. Einige der genannten Rassen sind standardisiert, werden auf den Schauen aber dennoch nur selten gezeigt.

Kaschauer oder Košice Tümmler und gleichnamige Roller stammen aus der Stadt Kaschau in der Ostslovakei. Die Kaschauer Tümmler waren in einfarbig rot und glattköpfig angetreten, während die kappigen Roller in größerer Zahl erschienen waren und neben Weiß mit Perlaugen, einfarbig Roten auch geelsterte und geganselte Varianten aufwiesen. Die Weißen schiene die lebhaftere und elegantere Variante zu sein.

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Kaschauer Tümmler, Kaschauer Roller weiß und geganselt blau

Slovakische Tümmler blau mit Binden ähneln im Typ anderen Flugtaubenrassen aus Ungarn und Österreich, sie waren größer als die Wiener Hochflieger und hatten auch einen längeren Schnabel. Ein schönes Wild-Blau zeichnete sie aus. Bratislavaer Hochflieger unterschieden sich wenig davon, alle vier gestellten Tiere waren aber rotfahl mit Binden. Der Englische Schautippler war einmal Ausgangspunkt des Deutschen Schautipplers, bis dieser wesentlich kompakter wurde und die Engländer diese Entwicklung ihrer Tauben nicht mitmachen wollten. Der bis dahin Englische Schautippler wurde daraufhin in Deutscher Schautippler umbenannt. In Leipzig wurden deutlich vom kompakten deutschen Typ unterscheidbar 2 Schwarz-getigerte im eleganten Hochfliegertyp aus Rumänien gezeigt.

    

 Slovakischer Tümmler schwarz und Bratislavaer Hochflieger rotfahl

Aus Großbritannien kamen die vier schwarzen American Flying Flights mit Haube, der Flugtyp der American Show Flights, eine Rasse, die insbesondere in New York früher viele Anhänger hatte. Beeindruckend die schönen Farben, der helle Schnabel und das klare Perlauge. Der West-of-England Tümmler ist in Deutschland standardisiert und wird auch auf anderen Schauen häufiger gezeigt.

   

Englischer Schautippler schwarz, American Flying Flight und West-of-England Tümmler

Zwei Troisker Tümmler in schwarz wurden von einem französischen Züchter gezeigt. Sie besitzen eine Gazzi-Scheckung mit weißem Schwanz, die Augen sind dunkel, sie sind glattköpfig, aber belatscht. Möglicherweis kommen sie aus Südrussland aus dem Grenzgebiet zu Kasastan. Sie werden aber noch nicht einmal in dem umfangreichen Rassetaubenbuch von Schütte/Stach/Wolters aufgeführt, das für die Einordnung der Rassen auch heute noch eine fast unverzichtbare Quelle ist. Weiße Csepler Tümmler hatten dunkle Augen und wurden von einem ungarischen Züchter gezeigt. Sie waren als rezessiv Weiße etwas anderes als Weiße, die aus hellen Budapester Schimmeln fallen können. Pester Blaue sind Flugtaubenzüchtern auch hierzulande bekannt.

  

Troisker Tümmler schwarz, Csepler Tümmler weiss und Pester Blaue

Polnische Kurze wurden in einfarbig schwarz und rot vorgestellt. Kurze Schnäbel und ein breiter Augenrand zeichneten sie aus. Verwandtschaftlich dürften sie den Ungarischen, Prager und Wiener Kurzen nahe stehen. Die Farbe der Roten war sehr dunkel, die Federn bei einigen etwas rau und im Schwanz waren sie auch dunkler braun und nicht rot.

 

Polnische Kurze rot und Polnischer Adler schwarz-weissschwanz

Polnische Adler als eine langschnäblige Hochflugtaube, die bei guter Thermik als Soloflieger Dauerflüge absolvieren kann, wirkten unter den Kurzen etwas deplatziert. Böhmische Tümmler stellten relativ kleine kurz belatschte Tauben in der Farbe Blau mit Binden dar. Masurische Werfer dürften mit den auch gezeigten Norwegischen Tümmlern und Ostpreußischen Werfern verwandt sein, sie habe wesentlich kürzere Schnäbel und stark ausgeprägte Latschen.

   

Böhmischer Tümmler blau und Masurischer Werfer schwarz

Die Polnischen kurzschnäbligen Elstern wirkten aus der Entfernung wie Märkische Elstern, hatten aber sehr kurze Schnäbel. Die Französische Kalotten waren im Vergleich zu den umstehenden Rassen relativ große, hoch und waagerecht stehende Tauben mit einem langen Schnabel. Im Unterschied zu einigen anderen Rassen war die Fussbefiederung so bemessen, dass sie die Tiere bei der Bewegung im Käfig nicht behinderte, und das dürfte auch für den Schlag und den Freiflug gelten.

  

Polnische kurzschnäblige Elster gelb und schwarz, Französische Kalotte blau

Bukarester Hängeflügeltümmler und Craiover kastanienbraune Tümmler zeichnen sich neben dem namensgebenden Merkmal durch kurze Läufe aus, wie bei vielen Tümmlern aus der Region sind die Augen nicht perlfarbig, sondern rot. Einige von ihnen zeigen einen weißen Halsring, die Kastanienbraunen auch Spiegelschwänze oder Ansätze dazu.

     

Bukarester hängeflügelige Tümmler schwarz

   

Craiover kastanienbraune Tümmler

Mardin-Roller sind aus der Türkei stammende Klatschtümmler, die in Deutschland unter Flugtaubenliebhabern gut verbreitet sind und auch eine interessante und noch nicht erforschte Farbpalette besitzen. Calarasier doppelkuppige Tümmler stammen aus der gleichnamigen Stadt in Südrumänien. Es sind tief gestellte Tauben, die hoch fliegen sollen und auch noch purzeln.

 

Mardin-Roller und Calarasier doppelkuppiger Tümmler gelb

Galatzer Roller sind Flugtaubenliebhabern auch in Deutschland in vielen Farbenschlägen verbreitet. Es gibt unterschiedliche Typen im Hinblick auf Kopfform und Größe. Einige der ausgestellten Tiere hatten eine Spitzkappe, andere waren glattköpfig, ohne dass dieses besonders vermerkt war. Der Schwanz hat meist mehr als 12 Federn.

  

Galatzer Roller schwarz-gescheckt mit Spitzkappe und blau-gescheckt glattköpfig

Klausenburger Blaue wurden gezeigt. In Rot, Gelb und Schwarzgescheckt waren auch Klausenburger Roller vertreten. Mutenia Weissschwanztümmler in blau mit roten Binden besaßen zusätzlich einen weißen Halsring, die „roten“ Binden waren einem schönen, auf die Binden beschränkten Bronzeton zu verdanken.

 

Klausenburger Blaue und Mutenia Weissschwanztümmler

Von den 40 Wiener Hochfliegern hatte Jens Passeker alleine 32 gestellt, dazu kamen aus diesem Schlag noch einmal 44 Altwiener Hochflieger. Die Altwiener sollen wohl dem Ursprung der Wiener Hochflugtauben entsprechen, aus denen später auch die mittelschnäbligen Ausstellungstauben (Wiener Tümmler) entwickelt wurden. Mit rotgestricht- und gelbgestricht-gespritzt für Schimmelvarianten wurden nicht nur Tauben, sondern gleich wienerische Bezeichnungen mitgeschickt.

  

Wiener Hochflieger blau und rotgestricht –gespritzt sowie Altwiener Hochflieger blau

Suboticaer Tümmler aus Serbien zeichneten sich im roten Farbenschlag durch eine breite Binde auf dem Flügelschild aus, daneben wurden Schwarz-geherzte und Zweiherzige in blau gezeigt. Über den Erbgang dieser Varianten ist dem Verfasser nichts bekannt.

  

Suboticaer Tümmler rot mit weißer Binde, schwarz-geherzt und zweiherzig blau

 

Pancevische Tauben waren weiß, kurz belatscht und mit dunklen Augen. Pasevo ist eine serbische Stadt an der Mündung des Flusses Temesch in die Donau, und aus dieser Stadt kam auch der Aussteller. Sarajewo Roller verkörpern vielleicht den Urtyp, aus dem unsere heutigen Orientalischen Roller entstanden sind. Wie bei den Orientalen werden die Schnäbel hell gewünscht und auch die ausgestellten Blauen zeigte das Smoky-Blau, das wir von den Orientalen kennen, auch das Problem mit den zum Teil verwaschenen Binden haben sie gemeinsam. Die als Schwarze und Schwarzsprenkel ausgestellten Tiere waren eher pale-schwarz oder dunfarben, keine intensiv gefärbten Schwarze, wie man sie von den Orientalen kennt.

 

  

Pancevische Taube weiß, Sarajewo-Roller „schwarz“ und „schwarzgetigert“

Limerick-Tümmler hatten kurz nach der Anerkennung ihren großen Auftritt in vielen Farbenschlägen. Unter den Ausstellern waren auch Iren aus der Heimat der Rasse angereist. Es ist wohl unvermeidlich, dass sich nach anfänglicher Euphorie für einen agilen und ausgewogenen Flugtümmler im Ausstellungswesen auch Bestrebungen finden, bestimmte Merkmale ausgeprägter zu züchten. Bei einigen Tiere konnte man den Eindruck gewinnen, dass Einkreuzungen von belatschten Englischen Long Faced stattgefunden haben, die auch nur mit drei Ausstellern und 20 Tieren vertreten war und selbst weitere Züchter gebrauchen könnte. Irische Flugtümmler wurden auch schon mehrfach in Deutschland vorgestellt und stellen einen kleineren Typ dar. Besonders ins Auge fallen in dieser Rasse kontrastreiche Schecken wie hier mit einem schwarzgeelsterten Täuber.

 

Limerick-Tümmler rot und Irischer Flugtümmler schwarz-geelstert

Katalanische Tümmler sind als Gruppe wesentlich variantenreicher als im deutschen Standard. Gezeigt wurden hier jeweils Einzeltiere in Weißschwanz rot, gelb, bronze, ocker-sulfurschildig und silberschuppig, und alle mit der Besonderheit einer Halskrause. Schirastümmler wurden gezeigt, zwei davon mit Schnabelnelke.

   

Katalanische Tümmler Weißschwanz mit Halskrause in bronze und rot sowie Schirastümmler blau

Travniker Kurze aus Zentralbosnien waren in den Farbenschlägen schwarz, weiß, blau, gestorcht und getigert erschienen und machten den Eindruck robuster Flugtauben. die Tiger waren eher muselköpfig. Polnische kurzschnäblige Tümmler wurden in den Farbenschlägen Blauschimmel und Gestorcht gezeigt. Im Unterschied zu den Polnischen Kurzen waren die Augenränder eher pflaumenblau, Verwandtschaften dürften wiederum zu Pragern, Budapestern und Breslauer Tümmlern bestehen.

 

Travniker Kurze schwarz-getigert und Polnische kurzschnäblige Tümmler gestorcht

Szegediner Hochflieger werden häufiger in Deutschland gezeigt, neben Einfarbigen und Geganselten standen auch Rot-Bunthalsige. Die Augenfarbe variiert, bei den Ganseln waren sie ohnehin aufgrund der Scheckung weiß, aber auch die der Bunthalsigen waren dunkel.

    

Szegediner Hochflieger bunthalsig rot und schwarz-geganselt

Starparer Tümmlern sollen aus Szegediner Hochfliegern entstanden sein und sind bei den Großschauen meist vertreten. Hier standen Weiße, Schwarze, Rote und Gelbe. Batschkaer langschnäblige Tümmler in rot und blau-geganselt vermittelten ein gutes Bild. Auf den Kopf eines Langschnäblers eine Haube zu setzen, ist nicht einfach, wie man von Kasseler Tümmlern und Stargarder Zitterhälsen weiß. Dieses Problem scheint bei dieser Rasse im Vergleich sehr gut gelöst zu sein. Bei einigen von ihnen schien der Schnabel aber schon überlang und stark gebogen. Die Färbung der Roten scheint nach jüngeren Erfahrungen bei anderen Rassen auch eher auf Bronze als auf das rezessive Rot zurückzuführen sein.

   

Starparer Tümmler weiß und Batschkaer Tümmler rot

Jassyer Tümmler sind in Deutschland lange bekannt, sie werden aber selten gezeigt. Botoschaner Tümmler sind bei uns vor allem durch rote Farbenköpfe bekannt, es gibt sie aber auch in vielen anderen Färbungen. Kiewer Tümmler mit ihrer eigenartigen Scheckung sind auch nur noch selten zu sehen.

  

Jassyer Tümmler gelb, Botoschaner Tümmler schwarz-gescheckte und Kiewer Tümmler

Die wenigen Belgischen Hochflieger, einmal in Gelb und einmal in Weiß, waren in zwei Gruppen an unterschiedlicher Stelle zu sehen. Sie gehören zu dem Rassekreis, dem auch Kölner Tümmler, Cumulets, Niederländische Hochflieger u.a. angehören. Vier weißköpfige Armavir Langschnäblige Klatschtümmler wurden gezeigt. Ins Auge fielen schon allein aufgrund der relativ großen Anzahl von 24 ausgestellten Tieren die kontrastreichen Bulgarischen Weißschild Roller.

   

Belgischer Hochflieger weiß, Armavir Langschnäbliger Klatschtümmler und Bulgarische Weißschild Roller

Timoker Blumentauben waren in schwarz, rot und gelb ausgestellt. Es sind mittelgroße Tümmler mit einer Haube, vielfach mit Kimme in der Mähne, was nichts auszumachen scheint. Konstanzaer Tümmler stellten sich als relativ tief stehende, langgesteckte Tauben mit einer Haube vor. Rumänische rostfarbige Hochflieger waren dunkel mit rostfarbenem Schild.

 

Timoker Blumentauben, Konstanzaer Tümmler, Rumänische rostfarbene Hochflieger

Bihac Roller aus der gleichnamigen Stadt in Bosnien-Herzegovina sind eine relativ junge Rasse, die 2000 anerkannt wurde. Zur Erzüchtung sollen u.a. Sisak-Tümmler Verwendung gefunden haben. Bijeljnina-Roller kommen aus derselben Region und tragen die Flügel unter dem Schwanz, scheinen tendenziell in der Figur auch etwas länger.

 

Bihac Roller rot und Bijeljnina Roller weiss

Neben den hier aufgeführten Raritäten gab es in Leipzig weitere zu sehen. Die Aufstellung ist nicht vollständig. Ausgelassen sind völlig die anderen Rassegruppen neben den Tümmlern, von denen hier nur ein relativ unauffällige Mövchen, das Koroski-Mövchen aus dem Norden Slovenien, und das Bulgarische Schildmövchen angeführt werden sollen.

Koroski-Mövchen weiß und weiß mit blauem Schwanz sowie Bulgarisches Schildmövchen gelb

EE-European Show in Leipzig 2012 Part III: Selected Foreign Rare Tumbler Breeds

A survey of the European Show would not be complete without mentioning the manifold breeds from abroad. In some cases they were shown the first time in Germany. Many of those breeds discussed in this part of the report are not standardized yet in the German Standard. Others are standardized but seldom shown. That holds e.g. for the Kiew and the Schiras Tumbler, thus this opportunity was used to present such breeds also in this report. Pigeons from Spain, Romania, Bulgaria, Poland, Serbia, Bosnia, Ukraine and many other countries were shown. The photos are self-explaining. Not all breeds shown in Leipzig are discussed here, the report concentrates on the groups of highfliers/tumblers and owls. Some of the breeds still preserve the secret of the inheritance of their main properties, e.g.the Suboticaer Tumbler red with an otherwise untypical large white bar. Also the double-heart pied marking in this breed seems to be unique. Vienna Highfliers (Wiener Hochflieger) in the past were the dominant highfliers in Europe. Jens Passeker from Vienna used the opportunity of the EE-Exhibition to demonstrate with almost 80 Vienna and related Old-Vienna Highfliers that the flying type still exists. Catalan Tumblers are standardized in German only in a few of many different coloration and also only without any feather ornaments. Therefore for the public it was of interest to see Catalan White Tail Tumblers with a small frill.