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Allgemeine Klasse und AOC-Klasse auf der Nationalen Bundessiegerschau in Leipzig 2014

Pigeons in the General Class and the AOC-Class at the 96. National Poultry Show in Leipzig from 5.-7. December 2014

Den Anfang in der Allgemeinen Klasse machen traditionell Römer. Hier waren 117 gemeldet. Die in anderen Taubenrassen wenig verbreitete Grundfarbe Braun ist traditionell, und schon in alter Literatur nachweisbar, in der Rasse gut vertreten. 22 Braunfahle waren gemeldet, dazu kamen 2 Braunfahlgehämmerte. Von der Farbenschlagbezeichnung hätte eine der Braunfahlen allerdings als Khakifahle mit Binden. Da bei Römern nicht standardisiert, eine Kandidatin für  der AOC-Klasse.

Roemer-braunfahl-IMG_3612.jpg Roemer-khakifahl-IMG_3614.jpg

Abb. 1 Römer braunfahl (17579) und Abb. 2 khakifahl (17580)

Der Preisrichter hatte die Farbabweichung offenbar registriert und die Täubin als für eine 0,1 zu hell gerügt. Sie war aber nicht zu hell für eine Braunfahle, sondern repräsentierte einen anderen Farbenschlag, und für den war sie korrekt gefärbt. Wenn jemand eine Weiße für eine Schwarze in den Käfig stellt, dann wird man der Situation kaum durch die Formulierung gerecht 'für den Farbenschlag zu weiß'. Dass bei Römern gelegentlich Khakifarbene fallen, ist nicht überraschend, da durch die Gelben der Verdünnungsfaktor in der Rasse vorhanden ist und nur mit der braunen Grundfarbe verbunden werden muss. Der Verfasser hat solche Tiere auch schon vielfach auf den Großschauen unter den Braunfahlen gesehen, ohne dass es auf den Bewertungskarten vermerkt wurde. Vielleicht wäre es sinnvoll, diesen Farbenschlag in den Standard zu integrieren und Aufklärung unter Züchtern und Preisrichtern zu betreiben.

Auch unter den 57 folgenden Montauban befanden sich unter anderen Farbenschlagbezeichnungen eingesetzte Tiere, die in die AOC-Klasse gehört hätten und nicht durch die standardisierten Farbenschläge abgedeckt sind. Das betrifft vor allem die Schecken, bei denen sich neben korrekten Schecken auch wieder Färbungen in der Art der rotbunten Danziger und Maser. Eine permanente offiziell geduldete Mißachtung der AAB des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter BDRG kann für die Reputation der Organisation insgesamt sicherlich nicht positiv sein und untergräbt die Autorität der Gremien, zumal dann, wenn in anderen Fällen auf eine Einhaltung von Regeln bestanden wird.

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Abb. 3 und Abb. 4 Montauban als gelb- und rotgescheckt ausgestellt (17644 und 17637),  Abb. 5 Romagnoli rotfahlgehämmert (17717)

Bei den Ungarischen Riesentauben wurden, wie bereits in Vorjahren, Andalusierfarbige in sehr guter Qualität gezeigt. Romagnoli wurden in der AOC-Klasse mit 6 Nummern in Rotfahlgehämmert gezeigt.

Zwei gelbfahlgehämmerte Lahore in der AOC sind schon von früheren Ausstellungen bekannt. Bei Carneu-Tauben gab es keine AOC, aber dennoch bemerkenswert, eine einzelne Gelbe mit weißem Rücken (Abb. 7) unter den 39 gezeigten Tieren. Der davor stehende gelbe Jungtäuber war offenbar nur als Vertretung angereist, denn der im Katalog angekündigte weiße Rücken war nicht vorhanden.

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Abb. 6 Briver Farbenkopf blaugemasert (18640) und Abb. 7 Carneau gelb mit weißem Rücken (18513)

Briver Farbenköpfe in blaugemasert (Abb. 6) wurden nach vielen Jahren wieder einmal in der AOC-Klasse gezeigt, bleibt zu hoffen, dass der Züchter sich noch einmal aufrafft, die Tiere unter den Neuzüchtungen zur Anerkennung zu bringen, stellt er doch seit Jahren auch bei den Schwarzgemaserten regelmäßig Spitzentiere.

Auch bei den 270 Texanern fiel ein Täuber unter den Kennfarbig-Dunklen auf. Wahrscheinlich war er ein Kennfarbiger auf aschfahler Grundlage (Brieftaubenrot, möglicherweise spalterbig für schwarze Grundfarbe, plus Farbausbreitungsfaktor).

Die bei den Soultzer Hauben gezeigten Rotfahlen mit Binden (Abb. 8) unterstrichen im Hinblick auf die Schnabelfärbung das, was in dem Bericht über die Neuzüchtungen auf der VDT-Schau in Ulm zu den damit bis auf die Binden gleichartigen Hohligen geschrieben wurde.

Soultzer-Hauben-rotfahl.jpg

Abb. 8 Soultzer Hauben rotfahl mit Binden (19672)

Auf die große Anzahl der Brieftaubenartigen mit mehr als 1.200 Meldungen wurde bereits hingewiesen. Show Racer machten mit 210 Nummern den Anfang, ein Tier was als opal mit Binden in der AOC-Klasse gemeldet, Giant Homer folgten mit 101 Nummern, Deutsche Schautauben waren es 252 Nummern und Niederländische Schönheitsbrieftauben 290, darunter schöne Schwarztiger in der AOC-Klasse (Abb. 12). Polnische Ausstellungsbrieftauben waren 27 gemeldet, von denen einige allerdings nicht erschienen waren. Die traditionellen englischen Brieftaubenrassen Show Antwerp (8), Show Homer (7), Exhibition Homer (8) und Genuine Homer (21) sind bei dieser Entwicklung 'unter die Räder' geraten.

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Abb. 9 Niederländische Schönheitsbrieftauben blaugehämmert (20697) und Abb. 10 schwarzgetigert (20817)

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Abb. 11 Show Racer blau mit Binden (19954) und Abb. 12 Deutsche Schautaube dunkel (20343)

Show Homer scheinen durch die Veränderungen bei den Show Racern (Abb. 11) in den Merkmalen fast eingeholt und sind zahlenmäßig überholt, um nicht zu sagen, mehrfach überrundet worden. Sie können sich kaum weiter in die bisherige Richtung weiter entwickeln, um Abstand zum Show Racern zu halten. Sie würden an Zuchtfähigkeit einbüßen und von daher ihre Existenz gefährden.

Show Antwerp (Abb. 14) mit den ausdrucksvollen Köpfen, die ihre Mövchenvergangenheit betonen, sind in Deutschland immer selten gewesen. Zeitweise schienen sie fast völlig verschwunden. Jetzt geraten sie möglicherweise zusätzlich durch die Konkurrenz von Lütticher Schönheitsbrieftauben (in Ulm außer Konkurrenz gezeigt) und Lütticher Barbets (Abb. 15 und 16) unter Druck. Auch bei diesen wird das Mövchenhafte im Kopf betont. Wenn es allerdings überbetont wird, dann ist man schnell beim Englischen Owlmövchen, wobei das in Abb. 13 gezeigte Weibchen herausgepickt wurde, weil es ein besonders schönes Beispiel für den Sooty-Faktor mit einer Strichelung am Federkiel ist. Ausgestellt und bewertet wurde es fälschlich als blaugehämmert.

English-Owl-IMG_3560.jpg Antwerper-Ulm-IMG_3032.jpg

Abb. 13 Englische Owlmövchen Blau m.B. und Sooty-Strichelung (31392) Abb. 14 Show Antwerp von der VDT-Schau in Ulm

Barbet-dom-gelb-IMG_3718.jpg Barbet-khaki.jpg

Abb. 15 Lütticher Barbet dominant gelb (30869) und Abb. 16 Lütticher Barbet khaki (30877)

Einige Züchter und Sondervereine scheinen nur die eigene Rasse hier und jetzt zu sehen und nicht zu wissen, was um sie herum geschieht. Auch Preisrichter sollten sich der Nähe und Verwandtschaft von Rassen bewusst sein, um Überschneidungen und Verdrängungen zu vermeiden. Für Rassetauben generell könnte ein Blick in das Buch 'Taubenrassen' hilfreich sein, speziell für die Brieftaubenartigen das Buch 'Brieftauben und ihre Verwandten'. Um den Blick für die Entwicklungen in einzelnen Rassen zu schärfen und einen schnellen Überblick über verwandte Rassen zu bieten, wurden diese Bücher geschrieben.

Cover-Rassetauben-IMG_0484.jpg Brieftauben-IMG_2037.jpg

Abb. 17 Quellenwerke zur Entwicklung und Abgrenzung von Taubenrassen

Ein Teil der Brieftaubenverwandten steht im Ausstellungswesen unter den Warzentauben, hier wurden noch einmal insgesamt 174 Dragoon, Indianer und Carrier gezeigt. Carrier hatten auch die AOC-Klasse besetzt durch zwei Braunschimmel, die allerdings eher wie rote Schimmelvarianten aussahen.

Carrier-schimmel-IMG_3649.jpg Carrier-schimmel-IMG_3653.jpg

Abb. 18 und 19 Carrier, als Braunschimmel gemeldet (21021 und 21022)

2 Schwarzsprenkel in der AOC-Klasse bei den 692 Kingtauben wurden bei der Begehung übersehen. Sie werden mit dem vom selben Aussteller gezeigten vielfarbigen und den dort auch gezeigten Nebenfarbenschlägen Kite und Rot-Agate verwandt sein.

Bei den Deutschen Modenesern waren 1011 Nummern der 1292 Nummern durch Schietti besetzt. Gazzi (Scheckung der Strasser) und Magnani (vielfarbene) folgten traditionell abgeschlagen. Für an Farbgenetik Interessierte war sicherlich das Auftreten der in früheren Schauberichten als Neuzüchtung gezeigten Braunfahlen mit braunen statt mit bronze Binden durch Patrick Heymans von Interesse, standen sie jetzt doch direkte neben den Braunfahlen mit Bronzebinden. Interessant auch die Auswirkungen unterschiedlicher Hämmerungsformen bei den Bronzevarianten. Bei einer dunklen Hämmerung und entsprechender Auslese entstehen die in großer Zahl gezeigten Dunkel-Bronzeschildig Gesäumten (Abb. 21). Wird die dunkle Hämmerung durch den Faktor Dunkel ersetzt, der bei Deutschen Schautauben den Farbenschlag 'Dunkel' bewirkt, dann gibt es die bei Modenesern selteneren Dunkel-Bronzeschildigen (Abb. 20), wobei man sich bei der Farbenschlagbezeichnung den Zusatz 'ungesäumt' denken kann.

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Abb. 20 Deutsche Modeneser Schietti dunkel bronzeschildig (23030) und Abb. 21 Deutscher Modeneser Schietti dunkel bronzeschildig gesäumt (23049)

Von den 115 gemeldeten Pommernkröpfer konnten nicht alle eingeliefert werden. Einen großen Auftritt hatte auch hier eine Rarität, die oft nur in Einzeltieren gezeigt werden kann, mit gleich acht sehr guten Blauschwänzigen.

Pommerscher-blauschwanz-IMG.jpg Genter-rotfahl-IMG_3607.jpg

Abb.  22 Pommersche Kröpfer blauschwänzig (23542) und Abb. 23 Genter Kröpfer rotfahlgeganselt - Dominikaner ((23629)

Bei den Genter Kröpfern (28) machten 4 Rotfahlgeganselte (Dominikaner) auf sich aufmerksam. Der Kontrast vom roten Halsgefieder zum bläulich-roten Grundgefieder stand ihnen sehr gut. Eine Täubin der Sächsischen Kröpfer (133) zeigte sich in der AOC-Klasse als Silber mit weißen Binden. Am Sonntag schien sie allerdings nicht mehr so gut aufgelegt zu sein. Ein schwarzer Starwitzer Flügelstelle (gemeldet waren insgesamt 196) Muselkopf ohne Flügelrose (Abb. 25) zeigte sich sehr rassetypisch, aber nicht sehr aufgelegt für ein Foto. Die auch gemeldete Dunfarbene war nicht erschienen. Schlesische Kröpfer (614) haben einen großen Liebhaberkreis und bestechen durch elegante Formen, die bei der Grundfarbe Blau mit und ohne Binden vielleicht vieleicht besonders klar zum Ausdruck kommen. Blaubindige und Blauhohlige standen hier allein 72 Nummern. Gemönchte, Weißplatten, Schalaster, jeweils in größerer Anzahl rundeten den großen Auftritt ab.

Schlesischer-blauhohlig-IMG.jpg Starwitzer-Muselkopf-IMG_35.jpg

Abb. 24 Schlesischer Kröpfer blau ohne Binden (25145) und Abb. 25 Starwitzer Flügelsteller Muselkopf  schwarz (25031)

Bei den Norwichkröpern stand ein Indigodunkelgehämmerter mit etwas überzeichneter Herzzeichnung in der AOC-Klasse, bei Marchenerokröpfern war eine Braunfahl-Gescheckte gemeldet. Andalusierfarbene Voorburger Schildkröpfer wurden bereits früher in der AOC-Klasse gezeigt, hier waren vier gemeldet.

Selbst bei Gimpeltauben (246) wurde die AOC-Klasse durch zwei Weißflügel Weißplatten bei den Goldgimpeln (Abb. 27) in Anspruch genommen, die am Sonntag allerdings schon etwas abgespannt wirkten. Auch in der regulären Klasse konnte man neben vorzüglichen Vertretern der Hauptfarbenschläge viele Raritäten bewundern.

Gimpel-Gold-Schwarzfl-IMG_3.jpg Gimpel-weissfl-platten-IMG_.jpg Eistaube-porzellan-IMG_3674.jpg

Abb. 26 Gimpeltauben Goldgimpel Schwarzflügel (26903), Abb. 27 Goldgimpel Weißflügel ohne Binden weißplatte und Abb. 28 Eistaube porzellanfarbig (27031)

Hatte der Verfasser bei den vorgestellten porzellanfarbigen Eistauben in Ulm noch den Eindruck, dass das Zuchtziel bei den neuen Porzellanfarbigen in einem Zurückdrängen der Spiegel besteht, so konnte man in Leipzig bei den gezeigten beiden Tieren das Gegenteil vermuten (Abb. 28). Gemeldet waren insgesamt 148 Eistauben glattfüßig und belatscht.

Sueddt-sulfurgescg-IMG_3681.jpg Sueddt-bronzegesch-IMG_3683.jpg

Abb. 27 Süddeutsche Schildtauben blaufahl-sulphurgeschuppt (27511) und Abb. 28 Süddeutsche Schildtauben blau-bronzegeschuppt (27512)

Bei Süddeutschen Schildtauben (91) wird schon traditionell die AOC-Klasse genutzt. Hier standen Blaufahl mit Sulphurbinden, Blaufahl-Sulphurgeschuppte (Abb. 27) und für das zweite Sulphurgeschuppte eine Blau-Bronzegeschuppte (Abb. 28).

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Abb. 29 Arabische Trommeltaube dominant rot (29751) im Flirt mit einer Dungescheckten (29752)

Unter den Arabischen Trommeltauben (156) fanden sich in der AOC-Klasse Gelbfahlgehämmerte, Rotfahldunkelgehämmerte und eine Dungescheckte (Abb. 29). Letztere kam in der Bewertung nicht besonders gut weg, gerügt wurde u.a. fehlende Wammenbildung, die bei der Begehung aber sehr deutlich zum Tragen kam. Das Erscheinung scheint sehr situationsabhängig zu sein.

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Abb. 30 Schmalkaldener Mohrenkopf schwarz (29948) und Abb. 31 Pfautaube gelb-getigert (30368)

Schmalkaldener Mohrenköpfe mit 31 Nummern auf einer Schau sind bemerkenswert. So, wie sie sich präsentierten, ist es verwunderlich, dass die nicht weiter verbreitet sind. Bei den Pfautauben (203) wurden zwei Rotgetigerte und ein andalusier Weißschwanz in der AOC-Klasse gemeldet. Einer der Tiger war ein netter Gelbtiger (Abb. 31). In die AOC-Klasse gehört hätten auch die als schildig blau ohne Binden ausgestellten Tiere (Abb. 32). Bei näherer Betrachtung zeigten sie zart angedeutete Binden (Abb. 33). Zu vermuten ist, dass es sich um Hellblaue mit dem Faktor Dominant Opal handelt, wie man ihn ausgelesen bei Feldfarbentauben findet und weniger ausgelesen bei anderen Rassen wie auch den Brieftaubenartigen.

Pfautaube-dom-opal.jpg Pfaut-dom-opal-Ausschn-IMG_.jpg

Abb. 32 und 33 Pfautaube hellblau mit angedeutet erkennbaren Binden

Unter den Strukturtauben fand sich mit den doppelkuppigen Strupptauben (Abb. 34) eine Besonderheit, die als 'nicht anerkannt' ohne Bewertung blieb. Es sind Tauben mit einer etwas stärkeren Federlockung als die gelockten Syrischen Wammentauben, die hier auch zur Schau standen, mit einer starken Belatschung und einer Schnabelnelke sowie Kappe (doppelkuppig), zwei waren weiß, einer ein Rotscheck. Eine durchaus interessante Kreation, aber in der allgemeinen Klasse nicht zugelassen. Gestellt waren zwei einfarbig Weiße und ein gescheckter Rotschimmel.

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Abb. 34 Strupptaube weiß, Abb. 35 Gelockte Syrische Wammentaube schwarz markiert

Lütticher Barbets (Abb. 15 und 16) wurden bereits angesprochen und auch auf die Notwendigkeit der Abgrenzung zu anderen Rassen wie Antwerps und Englischen Mövchen. Barbets waren in der AOC-Klasse mit einfarbig khaki, dun und braunfahlgehämmert gemeldet, wobei letzterer vermutlich ein Blaufahlgehämmerter war. Gezeigt wurden sie aber auch in anderen Färbungen, so auch in dominant gelb. Bei den Altorientalischen Mövchen wurden Blondinetten mit gesäumten Schwanz in verschiedenen Farben gezeigt, bei den Altdeutschen Mövchen standen auch in der AOC die unter den Neuzüchtungen bereits angesprochenen Blauen ohne Binden. Schwarzgescheckt ist nicht unbedingt ein traditioneller Farbenschlag der Memeler. Gezeigt wurden in dieser Klasse daher auch, möglicherweise mangels anderer alternativer Standardklassen, gemaserte Varianten mit einigen weißen Schwingen.

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Abb. 36 und 37 Memeler Hochflieger schwarz gescheckt

199 Deutsche Langschnäblige Tümmler wurden gezeigt, keine AOC-Klasse, dafür aber zwei braune Elstern, auch farblich feine Tiere, die zeigen, dass das 'Gen' Braun in der Rasse noch verankert ist.

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Abb. 38 Deutsche Langschnäblige Tümmler geelstert braun

22 Pommersche Schaukappen wurden von vier Ausstellern gezeigt. Mit einem weißen Täuber von Jürgen Weichold erreichte ein Tier die höchste Note Vorzüglich. In der gesamten Gruppe gab es keinen Ausreißer nach unten. Weiße und Schwarze standen schon 14 Tage zuvor in Ulm und wurden dort im Schaubericht auf dieser Homepage gezeigt. Hier wurden vom Verfasser bewusst Platinfarbene (Abb. 39/40) und Aschfahle (Abb. 41/42) vorgestellt, da in der Vergangenheit auf Fotos fälschlich Aschfahle als Platin bezeichnet wurden und Platin schon sehr lange nicht mehr auf Großschauen zu sehen waren. Auf den Fotos erkennbar der bläulichere Grundton der Platinfarbenen im Vergleich zu Aschfahlen. Erkennbar auch der Geschlechsdimorphismus mit deutlich helleren Täubern (Abb. 39) als Täubinnen (Abb. 40).

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Abb. 39 Pommersche Schaukappen platin Täuber (31993) und Abb. 40 Pommersche Schaukappen platin Täubin (31994) im typischen Geschlechtsdimorphismus mit hellen Täubern und dunkleren und oft unregelmäßig gefärbten Weibchen

Auch bei Aschfahlen  - genetisch Spread Ash, Rotfahle mit Farbausbreitungsfaktor - sind die Weibchen meist etwas dunkler, aber nicht in dem Maße wie bei Platinfarben. Ein deutlicher Unterschied zu Platin ist auch die aschfahlen und nicht bläuliche Grundfärbung, die man mit Lavendel allerdings bei den für schwarzes Pigment mischerbigen Täubern findet, die in Leipzig nicht gezeigt wurden.

Pommersche-aschfahl-m.jpg Pommersche-aschfahl-w.jpg

Abb. 41 Pommersche Schaukappen aschfahl Täuber (31996) und Abb. 42 Pommersche Schaukappe aschfahl Täubin (31997)

Bei den Englischen Long Faced Tümmlern waren 77 glattfüßige gemeldet. Von den 14 gemeldeten Belatschten waren 13 waren erschienen. In der AOC wurde ein dunkler und wurden zwei Weißköpfe in schwarz und strawberry gezeigt, zumindest der Strawberry war von früheren Schauen bekannt. Ihnen wurde eine hohe Qualität bescheinigt. Verwunderlich ist, dass ein solch alter bei Englischen Tümmlerrassen weit verbreiteter Farbenschlag wie die Weißköpfe (Baldhead-Scheckung) nicht auch bei den Latschigen wie bei den Glattfüßigen längst standardisiert ist.

English-Long-Faced-Baldhead.jpg English-Long-Faced-strawber.jpg

Abb. 43 und 44 Englischer Long-Faced Tümmler belatscht weißkopf schwarz (32844) und strawberry (32845)

Bei den Orientalischen Rollern fanden sich in der  AOC-Klasse  nette blaufahle Sprenkel (Abb. 46). Auch aus der regulären Klasse hätte einige in die AOC-Klasse oder eine erweiterte AOC-Klasse gehört. So waren unter den Weiß-Blaugezeichneten auch Blauschimmel mit Wechselschwingen und Weißschläge (Abb. 45), bei den Rotgezeichneten (Abb. 47/48) konnte man bei einigen über die Bezeichnung Maser reden.

Orientalischer-Blauweissgez.jpg  Orient-R-blaufahl-Sprenkel-.jpg

Abb. 45 Orientalischer Roller (33787)  als Weiß-Blaugezeichnet gezeigt, Abb. 46 Orientalischer Roller Sprenkel blaufahl (33805)

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Abb. 47 und 48 Orientalische Roller Weiß-Rotgezeichnet (33791 und 33790)

Hamburger Elstern, Kalotten und andere Variante der engeren 'Hamburger Familie' fehlten. Unter den 34 Hamburger Schimmel waren neben den häufigeren Farbenschlägen schwarz, rot und gelb auch zwei Dunfarbene in der AOC-Klasse gemeldet, und das offenbar  in guter Qualität. Dun ist die Verdünnung von Schwarz, so dass der Farbenschlag schon aus der Verpaarung von gelbem Täuber mit schwarzer Täubin gezogen werden kann. Bei den Gelben erreichte der Aussteller Hartmut Niemeier ein V auf einen Täuber und bei den Schwarzen zwei hv auf Weibchen, so dass die besten Voraussetzungen zum Erlangen solcher Tiere, die man mit den Ausgangsfarbenschlägen problemlos verpaaren kann, vorliegen.

Die Kurzschnäblerrassen werden generell, mit einigen Ausnahmen, nur in kleineren bis sehr kleinen Klassen vertreten. Insofern waren die Meldezahlen in einigen Rassen gar nicht mal so schlecht. Englische Short Faced fehlten allerdings ganz. Wiener waren bei den Kurzen nur noch durch Wiener Gansel (36) zu sehen, das aber fast imposant. Budapester Kurze waren es noch 43, die Zahl von 60 Berlinern stimmt auch noch zuversichtlich. 12 Altstämmer, 8 Königsberger Reinaugen glatt und 10 bestrümpft. 57 Königsberger Farbenköpfe und 49 Elbinger Weißköpfe sind schon fast sensationell, wobei bei den Elbingern ein Aussteller allerdings auch fast die Hälfte davon alleine stellte.

Wiener-Gansel-schwarz-Meise.jpg Elbinger-schwarz-IMG_3558.jpg Budaer-Blaue-33135-IMG_3743.jpg

Abb. 49 Wiener Gansel schwarz (33076), Abb. 50 Elbinger Weißkopf schwarz (34618), Abb. 51 Budaer blau mit schwarzen Binden (33135)

Stettiner Tümmler waren es 8, wobei das Pärchen blau mit Binden (der vermutete Täuber in Abb. 52) vom Verhalten und auch vom helleren Farbton des Täubers her im Käfig vertauscht schien. Es erschien von den Kopfpunkten her fast noch besser als die mit Vorzüglich herausgestellte Tigertäubin. Nachdem man Breslauer Tümmler auf einigen Schauen schon völlig vermisst hatte, tauchten sie hier gleich mit 22 Tieren auf, wobei die schöne Schimmeltäubin in Abb. 43 (eulig) leider schon zu alt für die Schau war und o.B. erhielt. Gezeigt wurde überwiegend der häufigste Farbenschlag Blau mit schwarzen Binden und in der AOC auch Blaugehämmerte (Abb. 44 und 45). Prager Tümmler, die dritte Rasse des Kleeblatts Stettiner - Breslauer - Prager fehlten wieder einmal ganz. 12 der inzwischen auch sehr seltenen Posener Farbenköpfe in schwarz und rot von gleich drei Aussteller rundeten das Bild ab.

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Abb. 52 Stettiner Tümmler blau (34693), Abb. 43  Breslauer Tümmler eulig  (34719) in der AOC-Klasse

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Abb. 54 Breslauer Tümmler blau ((34707) und Abb. 55 Breslauer Tümmler blaugehämmert (34721) in der AOC-Klasse

Mit den Kopfpunkten der Kurzschnäbler hat sich der Verfasser in seinem Buch 'Pommersche Taubenrassen', in dem Stettiner Tümmler ausführlich behandelt wurden, intensiv befasst. Man kann die eigene Rasse nicht verstehen und sollte auch nicht versuchen, die weitere Entwicklung mit zu gestalten, wenn man Hintergründe und die verwandten Rassen nicht kennt.

Abb. 57 Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Kurzschnäblern,  aus dem Buch Pommersche Taubenrassen

Die kurzschnäbligen Rassen unterscheiden sich nicht nur in der Kopfform, z.B. beim Breslauer würfelförmig und bei den Glattköpfigen Stirn und Hinterkopf kantig hervortretend, beim Stettiner auch würfelförmig, aber Kanten leicht abgerundet. Wesentlich ist auch die Schnabelhaltung, z.B. beim Breslauer gerade eingesteckt, beim Stettiner etwas nach unten gerichtet (Abb. 57). Schließlich werden Unterschiede zwischen den Rassen auch im Augenrand gesehen (Abb. 56).

 

Pigeons in the General Class and the AOC-Class at the 96. National Poultry Show in Leipzig from 5.-7. December 2014

Traditionally at German Shows the largest pigeon breeds are exposed at the beginning of the section, starting with Runts (Römer), Montauban and Hungarian Giant Pigeons, ending with Tumblers and finally Ringbeaters. In this second part of the show report only selected topics with focus on the AOC-class are tackle and we follow mainly the sequence of the catalogue.

In the collection of the 117 Runts inter alia a khaki-bar hen (fig. 2) was shown, demonstrating the difference between brown bar and khaki-bar. The judge seems not have been aware of the genetic difference between both (khaki = dilute brown) but according to the critic considered the khaki a too light version of brown. The breeders of Montauban entered 57 numbers in many colorations. They are not strict in following the general rules for the classification. Thus tigers (fig. 3) , red and yellow marked pigeons (fig. 4), 'maser' etc. are all put together in the class for pieds. Hungarian Giant Pigeons (19) had some andalusians in the AOC-class and a breeder of Romagnoli (36) used this class for ash red checks (fig. 5).

Not in the AOC-class, but nevertheless somewhat interesting and somewhat special was a yellow Carneau with white back (fig. 7). The breed also occurs with a white rose at the edge of flights, but those are even more rare.

Brive pigeons (Briver Farbenköpfe) blue laced (fig. 6) were shown in the AOC-class. They were presented years ago in the class for new breeds. At that time there was some dispute whether the blue variant should be accepted at all, since only black (Briver Schwarzköpfe) did exist. Thus the breeds would have to be changed, the opinion of the mother land (France) should be considered, problems and problems. Finally the fancier resigned. Since he is top breeder also in black Briver, he hopefully will make a further  attempt after the breed's name was adjusted.

Soultzer Hauben were shown in greater number in several colorations, also in ash red bar (Fig. 8). In respect to the coloration of the beak they confirmed the author's statement on the beak color of the barless ash red shown in the class for new breed two weeks ago at the show in Ulm. If smoky is lacking, in ash red the beaks especially of the hens are rather dark and not light. Some homozygous ash red cocks with selection on light colors make an exception and that should be recognized in the standards as is done e.g. for German Beauty Homers.

More than 1,200 Homer related fancy breeds were shown, 210 Show Racer (fig. 11), 101 Giant Homer, 352 German Beauty Homer (fig. 12), 290 Netherland Beauty Homer (fig. 9,10), Polish Exhibition Homers (27). The old English breeds with a great tradition Show Antwerps (8 numbers), Show Homers (7), Exhibition Homers (8), and Genuine Homer (21) lost terrain.

Show Homers seems to be replaced more and more by Show Racers. There is a dramatically change of Show Racers within the last decades and they have become similar to the Show Homers some decades ago. Show Antwerps (fig. 14) always have been rare in Germany, and now there is competing for the favor of the fanciers also with Liege Barbets (fig. 15, 16) and Liege Beauty Homers. All three breeds stress their ancestry with the owl pigeon, and in future it might be a problem for a breed to find its niche between English Owl (fig. 13), Show Antwerp (fig. 14), Liege Barbet (fig. 15/16) and Liege Beauty Homer. A discussion of  the specifics of breeds seems to be necessary, otherwise the breeds will 'cannibal' each other. The topic is still covered in the author's books 'Taubenrassen', especially for homer related breeds also in 'Brieftauben und ihre Verwandten', both  in German language, but also for homer related breeds in 'Pigeon Genetics'.

                    

Carrier were shown in the AOC-class as brown-grizzle (fig. 18, 19), from the appearance more red grizzle. The color basis could be recessive red mimics, hard to decide from outside. From the German Modeneser (1292) most were Schietti (1011). From all the beauties two are presented to show the difference between the pattern dark and dark check in Modena-bronze pigeons. Those with the pattern 'dark' are entered in the class 'dark bronze shield' (fig. 20), we could add 'unlaced'. Those with the pattern dark check are classified as 'dark bronze shield laced' (fig. 21). With the pattern bars we get the common blue with bronze bars, with the pattern check blue bronze check. Details are also given in the book 'Pigeon Genetics'.

115 Pomeranian Croppers were announced, however, some cages were empty. Impressive the group of 8 excellent white blue tailed Pomeranian (fig. 21). In the group of Gent Croppers 4 'Dominikaner' in the AOC-class ash red with a nice contrast of the white body ash red neck and bluish/pale shoulders (fig. 23). Middle-sized Croppers in different breeds were shown in great numbers, impressive always the great numbers of Silesian Pouters (fig. 24), but also Steiger, Steller and Starwitz Pouters (fig. 25) were shown in great numbers and excellent colors.

Gimpel-Pigeons were shown in different colorations. Besides the well established varieties like dark and light bronze blackwings (fig. 26) in the AOC a light bronze white flight with a white cap (Goldgimpel weissflügel weissplattig) was shown (fig. 27). Like in Ulm also Ice pigeons porcelain were shown, this time not with a small Oriental Stencil lacing in flights and tail but with extreme ones (fig. 28). Bronze and sulfur are also available for years now in South German Shield Pigeons and regularly shown at the great German exhibitions (fig. 29, 30). Also some Arabian Trumpeters are always shown in the AOC, this time in dark ash red and dun pied.

Schmalkalden Color Heads are rare worldwide, thus it was a great surprise to see them in a group of 31 pigeons in outstanding quality and condition (fig. 32). Fantails were also shown in the AOC-class. One of the two red tigers was a fine yellow one (fig. 33), there was also an andalusian white tail. Two blue barless at near inspection were light blue, dominant opal with bleached bars (fig. 34 and 35).

The 'Strupptaube' (fig. 36) was an interesting combination of head and beak crest (double crested), muffs and the frillback trait in a modest form like in some Syrian Dewlaps (fig. 37). Old Oriental Owls gain in popularity in Germany and were also shown as Blondinettes in different colorations, Memel highfliers have also sometimes their problems with the correct color class, thus often side by side pieds, 'maser' and 'maser-mimics' in several variations are shown. A brown German Long Beaked Tumbler hen (fig. 40) demonstrated that this traditional, but very rare coloration still exists in the breed.

Since in the last years in different publications platinum was intermingled with spread ash the author presented from his own loft both colorations in both sexes in his Pomeranian Highfliers. Platinum shows a sex-dimorphism with light cocks (fig, 41) and dark hens (fig. 42), but is not a sex linked gene. Also in Spread Ash often hens are darker than cocks but by far not as pronounced (fig. 43, 44).

English Long Faced Tumblers muffed in Germany are not standardized as baldheads and thus have to be shown in the AOC-class (fig. 45 and fig. 46). Oriental Roller dilute blue sprenkles were shown in the AOC-class (fig. 46). With white-blue marked, white red-marked etc. color classes exist that are often entered by very different colorations (fig. 47, 49, 50).

 

Short beaked breeds have become scarce also in Germany, nevertheless in some breeds fine collections were presented, e.g. 36 Vienna Gansel (fig. 51), 43 Budapest Short Beaked (fig. 53), 57 Königsberg Colored Heads and 49 Elbing Tumblers (fig. 52).

Stettin Tumblers (fig. 54) were shown with 8 numbers from two fanciers, and the rare Breslau Tumblers (fig. 55-57) that were lacking at the last great shows were present with 22 numbers. For non-experts short beaked tumblers are all the same, however, for the expert some small difference especially in shape of head and beak setting are important differences. So the head of the Stettin Tumbler should be dice shaped, however edging slightly rounded. The head of the Breslau is also dice shaped, but at the non-crested individuals (the breed is allowed with crest) with pronounced angular front and back of the head. Also the beak setting differs, at the Stettin Tumbler adjusted slightly downwards, at the Breslau straight. Finally color and structure of the eye cere is of importance. A discussion of the different requirements and the relationship between selected short beaked breeds is given in the book 'Pommersche Taubenrassen' (fig. 58, 59).