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Sonderrassetaubenschau 15./16. Januar in Wismar für Stargarder Zitterhälse, Pommersche Schaukappen, Ostpreußische Werfer und Stralsunder Hochflieger

 Die Ausstellung in Wismar fand ausschließlich als Hauptsonderschau für Rassen des Sondervereins der Züchter Stargarder Zitterhälse, Pommerscher Schaukappen und Ostpreußischer Werfer sowie als Sonderschau des Sondervereins der Züchter Stralsunder Hochflieger statt.

 Stralsunder Hochflieger kommen nur im weißen Farbenschlag vor und waren auf der Schau mit 116 Tieren vertreten. Um 1900 wurden sie als die besten Hochflugtauben überhaupt beschrieben, heute sind sie bis auf wenige auf Hochflugleistung gezüchtete Stämme reine Ausstellungstümmler: mittelgroß, hochgestellt mit flachem, schmalen und eckigen Kopf, einem reinen Perlauge und kräftig rotem Augenrand.

                                 

     Stralsunder Hochflieger                                      Stargarder Zitterhals rot (Götz Ziaja, Vorzüglich)

 Stargarder Zitterhälse sind trotz ihres bizarren Aussehens vitale und zuchtfreudige Tauben, die auch heute noch erfolgreich als Ammentauben für kurzschnäblige Tümmler eingesetzt werden. Ein relativ hoher Stand, ein langer Hals, der beim „Schlagen“ oft und weit nach hinten durchgedrückt wird, und eine waagerechte Haltung sind wesentliche Merkmale der Rasse. Insgesamt wurden 153 Tiere gezeigt, darunter auch Tiere mit einer kleinen Kappe und Tiere mit einer kurzen Belatschung.

Ostpreußische Werfer waren mit 126 Nummern vertreten und boten auch dem an Farbgenetik Interessierten Anschauungsmaterial. Zum einen gab es ein einzelnes Tier in der AOC-Klasse, wobei es sich um einen blaufahl-gehämmerten Werfer mit korrekter heller Schnabelfärbung handelte. Den besaßen auch die meisten Smoky-Blauen Werfer und die wenigen Blaugehämmerten mit einer durchweg sehr ansprechenden und einheitlichen Färbung. Einige blaue Tiere hatten allerdings einen dunklerer Schnabel, und das, obwohl sie den Smoky-Faktor und damit das Rauchblau besaßen. Dieser Faktor allein reicht für einen vollständig hellen Schnabel offenkundig nicht aus. Wie bei anderen Rassen auch ist eine Zuchtauslese zusätzlich erforderlich. Auch die blaufahlen Werfer besitzen den Smoky-Faktor und sind damit dunkler als der Wild-Typ. Die rot- und gelbfahlen Ostpreußischen Werfer besitzen den Smoky-Faktor nicht und unterscheiden sich damit genetisch von den Blauen. Das ist keine Besonderheit dieser Rasse, sondern auch bei den Orientalischen Rollern und Danziger Hochfliegern zu beobachten, bei denen die Blauen und Blaugehämmerten aufgrund der Forderung des hellen Schnabels den Smoky-Faktor besitzen müssen, während ihn die rotfahlen Varianten nicht haben. Das stört den Preisrichter deshalb nicht, weil verdünntfarbene Tauben, wie Gelbfahle, ohnehin einen aufgehellten Schnabel besitzen. Sie brauchen den Smoky-Faktor nicht. Und das gilt auch für reinerbige rotfahle Täuber. Diese haben ebenfalls von Natur aus, auch ohne Smoky, einen hellen Schnabel. Und was den Züchter und den Preisrichter gleichermaßen freut, das ist die Tatsache, dass sich ohne Smoky viel leichter eine ansprechende helle Färbung erreichen lässt. Das einzige Problem sind die rotfahlen Weibchen, die geschlechtsgebunden ohne Smoky-Faktor meist einen dunklen, oft einen sehr dunklen Schnabel besitzen. Bei den in Wismar gezeigten rotfahlen Weibchen war die Schnabelfärbung noch gar nicht mal so dunkel wie erwartet. Das zeigt, dass bei einer Auslese auf helle Färbungen sogar eine Annäherung an „hellhornfarbig“ im Sinne des Standards möglich ist.

                  

 Ostpreußische Werfer 1,1 rotfahl (Vorzüglich und sehr gut,  Manfred Kuhr)

 Bei den Pommerschen Schaukappen liegen die Dinge etwas anders, da dort neben dem hellen Schnabel zusätzlich ein intensiv roter Augenrand gefordert wird. Daher kann man auf den Smoky-Faktor nicht verzichten. Das Zuchtziel sauberer und klarer Färbungen ist damit schwerer zu erreichen. Umso stärker anzuerkennen die gute Qualität der drei Rotfahlen mit Binden, darunter ein Weibchen, und insbesondere der zehn Aschfahlen, die neben den Weißen von der Einheitlichkeit und der Typtreue her den stärksten Eindruck als Kollektion hinterließen. Die Färbung der Aschfahle variiert etwas, mitunter zeigen sich leichte Säumungen, geschlechtsbedingt sind die Weibchen mit wenigen Ausnahmen dunkler, was sich auch hier zeigte und zurecht nicht beanstandet wurde.

                                                                

 Pommersche Schaukappe 1,0 aschfahl (Vorzüglich, Mirko Voss),                 1,0 Weiß (Vorzüglich, Peter Henschel)

 Bei den Weißen (48)  kein offenkundiger Ausfall, nur einige Täuber mit etwas zu dickem Hals, sonst überwiegend mittelhoch stehende Tiere mit entsprechender Halslänge und dabei gut ausgeprägten Kopfpunkten. Sehr gut auch die Kollektion der zwölf Schwarzen, bei denen man, wie bei den nicht gemeldeten Blauen in der Zucht immer wieder mit angelaufenen dunkleren Schnäbeln zu kämpfen hat, was sich auch bei einigen der ausgestellten Tiere zeigte. 20 rote Pommersche Schaukappen (Heinz Langner und Helga Kordowsky) hat es auf einer Schau wahrscheinlich auch noch nie in dieser Anzahl gegeben. Im Vergleich zu vielen anderen Rassen ist die rote Färbung sehr gut verankert, womit sich Heinz Langner aber nicht zufrieden gibt. Zur Verbesserung wurden erneut einfarbig rote Dänische Tümmler eingepaart, was natürlich nicht ohne Auswirkungen auf den Typ und die Ausprägung von Kappe und Augenschirmen, aber auch auf die Kopfform bleiben kann. Augen- und Randfarbe haben davon andererseits profitiert. Ob Grün- oder Rotglanz, darüber ist in der Musterbeschreibung nichts gesagt. Da bei den Dänischen Tümmlern einer roter Glanz gefordert wird, ist es nicht überraschend, dass die gezeigten Tiere auch einen roten Glanz zeigen, und das ist auch nicht zu beanstanden. Bein- und Halslänge sollen bei den Pommerschen Schaukappen nach dem Standard mittellang sein, bei den Dänischen Tümmlern reichlich mittellang, bei Stralsunder Hochfliegern, Kasseler Tümmlern und anderen Rassen lang. Länger als bei den Spitzentieren der Weißen, Fahlen und Schwarzen vorhanden, sollten Beine und Hälse bei den Schaukappen daher auch nicht mehr werden, um den Abstand zu den anderen Rassen zu halten; das sollte insbesondere nach Einkreuzungen bei der Zuchtauslese beachtet werden, damit nicht unbewusst einen ganz anderer Typ entsteht.

                                                                 

Pommersche Schaukappe 1,0 schwarz (Vorzüglich, Mirko Voss)                                 1,0 rot (Vorzüglich, Heinz Langner)