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Almond-Terminologie

Englischer Short Faced Almond

 Die Almondfamilie enthält viele Farbenschläge und Farbenschlagbezeichnungen, die bis vor kurzem noch exklusiv für die Englischen Short Faced galten. Almond, der Paradefarbenschlag der Short Faced, wird bei den meisten anderen Rassen Vielfarbig genannt. Namensgebend war die Nuss des Almondbaumes, wenn auch selbst das nicht ganz unumstritten ist. In einem Artikel aus dem Jahr 1914 wird darüber spekuliert, dass der Name aus der französischen Bezeichnung für Deutschland, „allemand“ abgeleitet sein könne. Denn aus Frankreich und damit vom Kontinent gibt es schon frühe Hinweise auf vielfarbene Tauben. Die frühen Autoren bevorzugen eine gelbe Grundfarbe gegenüber der braunen. Tiere mit mangelnder Grundfabe und viel Weiß wurden als Almond-Splash bezeichnet.

Die wohl am häufigsten in der Zucht eingesetzte Nebenfarbe ist Kite, ein dunkles mit Bronze durchsetztes fast schwarzes Gefieder. Kite bedeutet Drachen, ist aber auch die Bezeichnung des Roten Milans und wird „Keit“ ausgesprochen, wie etwa die Silbe im Wort „Heiserkeit“. Die Verdünntfarbe davon ist Golddun.

Agates sind rot- oder gelbgefärbt. Sie haben mal mehr und mal weniger weiße Federn im Flügelschild und auf dem Bürzel. Auch aus Almondlinien fallen sie manchmal völlig einfarbig an, ohne dass dieses ein Fehler ist oder den Zuchtwert mindert. Es besteht also kein Grund dazu, solche einfarbigen, aus den Almond stammenden Tiere in eine gesonderte Klasse der einfarbig Roten zu stecken. Es besteht auch kein Grund dazu, einzelne weiße Federn zu putzen, um die Tiere dann in der Klasse der einfarbig Roten auszustellen. Nach meiner Einschätzung waren alle oder fast alle als einfarbig Rote auf den Schauen gezeigten Tiere in den letzten Jahrzehnten einfarbige Agate oder leicht gescheckte Agate, die geputzt wurden. Die deutsche Übersetzung von Agate ist Achat, ein Halbedelstein, oft rötlich mit weißen Streifen durchsetzt, oft aber auch anders gefärbt. Zur Aussprache des Farbenschlags auf englisch: Sie wird im Wörterbuch mit ′ægət umschrieben. Der erste Buchstabe soll betont werden, das zweite a wird wie ein e ausgesprochen, und das letzte e wird nicht mitgesprochen, also in unserer Schriftweise etwa „Ä-geht“ mit einem hellen Ä. Nicht besonders elegant ausgedrückt, für viele aber vielleicht besser verständlich als die Fachlautsprache.

 

Dänischer Tümmler bestrumpft DeRoy

 Bleibt als sechster Farbenschlag DeRoy. Eigentlich sind es auch zwei Farbenschläge, einmal etwas dunkler, zwischen rot und gelb liegend, einmal heller als gelb. Letztere sind verdünntfarbene DeRoy und ausgesprochen selten. Was heißt DeRoy, woher kommt der Name? Fulton verwandte in seinem Werk von 1876 den Begriff nicht, er kannte aber auch noch nicht den genetischen Unterschied zwischen DeRoy und Agates, so dass die von ihm damals benutzen Bezeichnungen nicht mit den heutigen übereinstimmen. Seine „Yellow Agate“ kann man anhand der Bilder und dort gegebenen Bezeichnungen als DeRoy identifizieren. Unsere heutigen mit Weiß durchsetzen Rot Agate und Gelb Agate waren für ihn „Red and Yellow Agate Splash“ oder, gleichbedeutend, „Red and Yellow Agate Mottle“. Die einfarbigen Roten und gelben Agate von heute bezeichnete er zu seiner Zeit als „Whole Coloured Reds and Yellow“. Das wurde ausführlicher in der Deutschen Geflügelzeitung dargestellt (Sell, Almond und die Nebenfarben, 8/97 S. 5) und soll hier nicht weiter interessieren.

Das Wort DeRoy sucht man im Webster’s Dictionary, in der Encyclopedia Britannica und in den nomalen Wörterbüchern vergeblich. Fulton und die Autoren vor ihm benutzten den Begriff nicht, und auch in dem im Zusammenhang mit der Vererbung der Almondfärbung oft zitierten Buch von Metzelaar, Color Breeding aus dem Jahr 1922, erscheint er nicht. Es konnte damit kein Unterschied zwischen Agates und DeRoy gemacht werden, und von daher ist es auch kein Wunder, dass die damals gegebenen Zuchthinweise zum Teil in die Irre führen.

Billy Cook führt uns in der Jubiläumsschrift des englischen Short Faced Clubs 1987 auf die richtige Fährte, verrät aber auch nicht den oder die Paten des Namens. Die Bedeutung ist ungebleichtes Kordtuch: „DeRoy, or ought it be spelt de-Roi, as De Roy is unbleached cord-duroy“. Mit diesem Hinweis finden wir das Wort auch im Webster’s und wenn wir Glück haben, auch in einem anderen Wörterbuch, allerdings geschrieben als „corduroy“. Die Herkunft des Begriffes sei unbekannt, es handle sich um grobe Wollkleidung, die in England im 18. Jahrhundert im wesentlichen für Männer gemacht worden sei. Die Aussprache ist „De-Reu“ mit einem flüchtigen e in der Silbe De.

Nebenfarben bei Fulton 1876:

Links oben Almond Splash, rechts oben DeRoy,

links unten Rot Agate (Mottle) und rechts unten Kite.