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Preisrichter lieben blaue Tauben mit durchgefärbtem Rumpf, Falken auch!

Letzteres war das Ergebnis der Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler, die darüber in der Zeitschrift „Nature" im April 2005 berichten.

Sie wollten das Rätsel lösen, welche Bewandtnis der helle, fast weiße Rücken der Felsentaube und vieler blauer und blaugehämmerter Haus- und Stadttauben hat. In sieben Jahre notierten sie 1.485 Angriffe auf Tauben durch ausgewachsene Wanderfalken auf verwilderte Haustauben in der Gegend um Davis in Kalifornien, dazu 309 Angriffe durch Jungvögel. Die Opfer hatten überwiegend eines gemeinsam: einen durchgefärbten Rücken. Nur eine von 50 gegriffenen Tauben hatte einen hellen Rücken. Der helle Rücken könnte im Evolutionsprozess eine Anpassung an die Umwelt sein, die zu einer größeren Überlebensrate weißrückiger Tauben geführt hat, so die aus der Beobachtung abgeleitete Hypothese.

Um das zu testen, wurden 756 verwilderte Haustauben gefangen und der Rücken gefärbt: Weißrückige wurden zu Blaurückigen und umgekehrt. Nach der Freilassung wurde das Greifverhalten von drei ausgewachsenen Wanderfalken bei dieser Haustaubenpopulation beobachtet. Die vorher Weißrückigen wurden jetzt genauso oft Opfer des Wanderfalkens wie die Blaurückigen. Umgekehrt stieg die Überlebensrate der vorher Dunkelrückigen nach der Umfärbung zu Weißrückigen erheblich an.

Der weiße Rücken irritiert den Falken offenbar erheblich, so dass in Gegenden mit Falken der Anteil hellrückiger Tauben erheblich größer ist als in anderen. Nachdem auch in den USA der Wanderfalke vielerorts ausgestorben war, gewinnt er in den letzten Jahren wieder an Verbreitung. Die Autoren der Studie prophezeien daher, dass mit der Verbreitung des Wanderfalkens auch der Anteil weißrückiger Tauben unter den verwilderten Haustaubenpopulationen zunehmen wird.

Nach dieser Untersuchung ist es wahrscheinlich, dass der helle Rücken der in unseren Breiten vorkommenden Felsentaube auch einen evolutorischen Schutz vor Greifvogelattacken darstellt.