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Pommersche Schaukappen

Die Geschichte der Pommerschen Schaukappen

                                                                Pommersche Schaukappe weiss

„Pommersche schaukappige Tümmler …, 

ein lange Zeit mit dem ihm anscheinend abstammungsverwandten Danziger Hochflieger zusammengeworfener, indes nachweisbar seit Mitte vorigen Jahrhunderts in Pommern (Stargard, Stettin) auf besondere Eigenschaften hin gezüchtet und durch diese vom modernen breit=dachschwänzigen Danziger wohl unterschiedener charakteristischer Tümmlerschlag, der in Figur und Auge auch lebhaft an den Stralsunder (in gewisser Hinsicht auch an den Kasseler) erinnert, jedoch vermöge seiner Eigenthümlichkeit seine Sonderstellung sich zu wahren weiß. Die letzteren bestehen vornehmlich aus den ½ (bis 1) cm wagerecht abstehenden, aus kleinen, breiten Federchen gebildeten, unmittelbar überm oberen Augenrande, also in der Augenbrauengegend, sitzenden und die Augen beschattenden Augenschirmen oder „Schaukappen, die beide gleichmäßig breit, glatt sein und rechteckige Gebilde darstellen müssen, wie es in der Rassetaubenwelt nicht wiederkehrt… Den einzigartigen Schaukappen gesellt sich ein zweiter Federschmuck des Kopfes bzw. Genickes: eine breite volle Muschelkappe oder =haube…“ 

so Bruno Dürigen, Geflügelzucht, Vierte und Fünfte Auflage, Erster Band, Berlin 1923 in der heute veralteten Schreibweise.

Alle Informationen über die Vergangenheit der Pommerschen Schaukappen weisen darauf hin, dass die Schaukappen auf die Ur-Danziger zurückgehen, die damals noch sehr uneinheitlich in ihrer Erscheinung waren. Diese wurden beginnend um 1860 zum einen durch Einkreuzungen anderer Rassen und Zucht auf breitere Schwänze zum modernen Danziger entwickelt, und zum anderen durch Auswahl schmalschwänziger Tiere mit Augenschirmen zum Pommerschen schaukappigen Tümmler. Dieser pflegeleichte und flugtüchtige Hochflieger erfreute sich insbesondere an der deutschen Ostseeküste unter Flugfreunden einer gewissen Beliebtheit, außerhalb der Heimat weit verbreitet war er nie - eine Orchidee, die im Verborgenen blüht. Erst 1922 wurden die Rasse offiziell anerkannt.

Bei beiden Rassen gibt es noch gut fliegende Tiere, die auch in der Lage sind, große Höhen zu erreichen. Sie fliegen am besten in kleineren Stichen. Beide Rassen gehören zur Gruppe der nicht purzelnden Hochflieger, die Bezeichnung Tümmler mag insofern etwas inkonsequent erscheinen. Wie viele andere Hochflieger sind die Pommerschen Schaukappen sehr ruhige Tiere und gute Eltern, so daß sie vielfach auch als Ammen für kurzschnäblige Tümmlerrassen eingesetzt wurden.

1978 wurden neben dem bis dahin einzigen anerkannten Farbenschlag Weiß die vom Verfasser erzüchteten farbigen Schaukappen in Schwarz, Blau mit Binden, Schwarz mit weißen Schwingen und Fahl anerkannt. Der Farbenschlag Fahl wurde später in Rotfahl mit Binden und Aschfahl (Spread Ash) unterteilt. Platinfarbene Pommersche Schaukappen mit einem Geschlechtsdimorphismus (dunkle Täubinnen und helle Täuber) tauchten in der Zucht des Verfassers im Verlauf der Erzüchtung der anderen Farbenschläge von Anfang an mit auf, wurden aber erst 1982 zusammen mit dem Zuchtfreund Lothar Tomuscheit, Lübeck, auf der Junggeflügelschau Hannover vorgestellt und nach einem dreijährigen Vorstellungsverfahren 1985 als Neuzüchtung anerkannt. In den 90er Jahren erfolgte die Anerkennung der von Heinz Langner, Hameln, vorgestellten einfarbig Roten (rezessiv Rot). Färbungen wie Dun, Rezessiv Gelb und auch Rezessiv Rot fielen schon in den 80er Jahren gelegentlich an, sind damals aber nicht zur Ausstellungsreife gebracht worden.

                                               

                                     1,1 Platin, hellgefärbter Täuber und dunkleres Weibchen                       

Neben den genannten Farbenschlägen fallen in der Zucht des Verfassers heute gelegentlich Blaugehämmerte, Rotfahlgehämmerte, Platin mit Binden, Platingehämmerte, Andalusierblaue, Indigogehämmerte, Indigo mit Binden, Schwarzsprenkel sowie andere Farbenschläge in Einzelexemplaren an, auf die Roten der 80er Jahre zurückgehend in den letzten Jahren sogar rezessiv rote Platin.

Die Geschichte der Pommerschen Schaukappen ist im Buch des Verfassers "Pommersche Taubenrassen. Naturdenkmale aus Pommern", Achim 2010, ausführlich mit vielen historischen Fotos nachgezeichnet.