Home

Buch-Shop  

Ausstellungen

Genetik

Archiv

Literatur

   Links

Impressum

Facebook

 

 

Book-Shop

Shows

Genetics

Archive

Literature

 

 

 

 

Internationales Taubenzüchtertreffen im Deutschen Taubenmuseum in Nürnberg

 

 International Pigeon Fancier Meeting in Nuremberg (see below)


Am 6. April, Karfreitag, fand bereits das 17. Internationale Taubenzüchtertreffen bei Helga und Karlheinz Sollfrank im Taubenmuseum in Nürnberg (www.taubenmuseum.de) statt. Zum Treffen wurde wiederum die „Hauspostille“ Columba, Mitteilungen aus dem Deutschen Taubenmuseum Nürnberg 2007, diesmal vor allem mit interessanten und gut bebilderten Beiträgen über alte Taubenfachliteratur, vorgelegt. Im Vorwort konnte Karlheinz Sollfrank die Gründung des „Fördervereins des Deutschen Taubenmuseums e.V.“ bekannt geben.

 



 Taubenzüchtertreffen 2007



Für denjenigen, der sich für Kunst „um die Taube“ interessiert, ist das Museum eine wahre Fundgrube, aber auch für den an der Entwicklung von Taubenrassen Interessierten gibt es an historischen Exponaten und vor allem an der reichhaltigen Sammlung alter Gemälde und Stiche viel zu entdecken. Hier können Vorformen der heutigen Rassen betrachtet und die Zuchtentwicklung verfolgt werden. So zeigt z.B. das Ölgemälde einer Zuchtgruppe von Perückentauben von Johann Friedrich Seupel, geb. 1785, gelebt in St. Petersburg, mit den doppelkuppigen Perückentauben nicht nur eine inzwischen verschwundene Varietät, sondern gleichzeitig, dass Doppelkuppige (Perücke plus Schnabelrosette) mit einfachen Kappigen in der Zucht harmonierten. Das Bild wurde in der Columba 2006 noch durch Erich Müller vorgestellt.


Ausschnitt aus dem Ölgemälde von J.F. Seupel
 

Nicht alles, was Künstler ersinnen, wird sich allerdings so wie gedacht genetisch durchsetzen lassen. In einigen Fällen hat der Künstler nicht recht hingeschaut oder eine nicht naturgerechte Vorlage für sein Werk gehabt. So findet man auf einem der großformatigen Bilder von M. Frank Cook aus dem Jahre 1911 links oberhalb einer Hyazinth-Taube, die einer gleichartigen Abbildung aus dem Fulton 1876 nachempfunden scheint, eine Gimpeltaube im Farbenschlag Gold-Weißflügel, die einen schwarzen Schwanz zeigt. Genetisch ist das nicht möglich, denn von der Grundlage her sind Weißflügel rotfahle Tauben, die einen hellaschfarbenen Schwanz zeigen. Sie besitzen zusätzlich einen rezessiven Faktor, der das Fahl in den Schwingen und im Schwanz sogar noch weiter aufhellt. Und dass durch einen genetischen „Unfall“ ein Mosaik (zwei unterschiedliche Sperme wirken an der Zeugung mit, wodurch sich neben einem Weißflügelvater auch noch ein Schwarzflügel teilweise an der Zeugung beteiligt haben könnte) gerade ein solches Tier entstanden sein sollte, wäre des Zufalls wohl zuviel.
 

 Auszug aus dem Taubengemälde von M.Frank Cook 1911                  Auszug aus dem „amerikanischen Traum“

Gimpeltaubenzüchter werden sich vielleicht auch über amerikanische Visionen einer Kupfer-Schwarzflügel-Pfautaube wundern. Ein Gemälde zeigt bei übertriebenem Kupferrot ein Tier, das saubere blaue Schwanzfedern mit einer normalen schwarzer Schwanzbinde besitzt. Bei Gimpeltauben hat man über ein Jahrhundert daran gearbeitet, Schwingen und Schwanz von außen gesehen schwarz zu bekommen und das Blau zu überdecken. Und jetzt propagiert jemand das Gegenteil! Dass man allerdings jemals ein so sauberes Blau wie auf Bild bei schwarzer Decke erreicht, ist unwahrscheinlich.

Interessant und einer Nachforschung Wert ist auch ein offenkundig altes, aber nicht datiertes Ölgemälde, das eine Gruppe von Tauben im Typ der Gimpel zeigte. Einige rostig braun mit schwarz, eines davon weiß. Das macht im Hinblick auf die Gimpel neugierig, denn James Lyell berichtet in seinem1887veröffentlichten Buch „Fancy Pigeons“ über das gelegentlich Auftreten weißer und schwarzer Tiere in der Zucht von Kupfergimpeln. Wenn nach Vorläufern der Gimpel geforscht wird, dann wird man auch kaum Tieren erwarten dürfen, die auf einer unserer heutigen Schauen ein gut erreichen.

International Pigeon Fancier Meeting in Nuremberg

Every Year at Good Friday Helga and Karlheinz Sollfrank invite interested pigeon fanciers to visit their Pigeon Museum in Nuremberg. The museum contains worldwide the most important collection of international books, journals, sculptures, paintings, copper engravings and pigeon related art in general. The museum isn’t only of interest for art lovers and collectors, but also for fanciers interested in the history and development of their favourite breed. Thus e.g. the oil painting from Johann Friedrich Seupel, born in 1785, living in St. Petersburg, Russia, preserves the now extinct double-crested Jacobins (Perückentauben) and let us know that double-crested and single-crested Jacobins are of the same origin and were bred together. We can also study the difference of the breed today and 200 years ago. People might also critical reflect whether progress is always progress.
Archangel breeders might become confused by the Gold White Winged Archangel with a black tail in the great painting from M. Frank Cook from 1911. For genetic reasons it is not possible to raise ash yellow or ash red bars (and basically White Winged Archangels are dominant or ash red) with a black tail. Another American painting may also confuse or amuse them. It visualizes the vision of a Copper Black Winged Fantail, thus a Fantail with the typical Archangel-look. Archangel fanciers tried over centuries to get the tail of their birds black instead of blue and finally they succeeded. And now they are confronted with the view that a blue tail might also be the goal! However, such a light and clear blue shown in the painting probably is genetically not compatible with black shields. And we may add that the red in the painting is neither copper nor an existing pigeon colour in any descendant of the rock pigeon.
And again discovery of possible interest for Archangel breeder: An old oil painting of a group of peak-crested Archangel-type pigeons, one of them white, a colour that according to Lyell, Fancy Pigeons (1887), in former time popped out from standard birds.