Home

Buch-Shop  

Ausstellungen

Genetik

Archiv

Literatur

   Links

Impressum

Facebook

 

 

Book-Shop

Shows

Genetics

Archive

Literature

 

 

 

 

Varianten der Arabische Trommeltauben  (Arabian Trumpeters)

Auf einem Taubenmarkt geschossene Fotos von Farbenschläge der Arabischen Trommeltaube haben in einer Taubengenetik-Gruppe im Internet und in direkten Kontakten mit Taubenliebhabern aus Nordafrika eine rege Diskussion über die Farbenschläge, aber auch über die Rasse selbst ausgelöst. Über die Rasse informieren mit vielen Fotos und Hintergrundberichten die Homepages des Sondervereins http://sv-arabische-trommeltauben.jimdo.com/ und von Züchtern, wie u.a. des Trommeltaubenexperten Dieter Dammann, den der Verfasser seit Jugendzeiten kennt und dem er wertvolle Unterlagen zur Geschichte der Trommeltauben in Deutschland verdankt, http://www.arabische-trommeltauben.de/.

Gelb-Atlas: eine im arabischen Raum unbekannte Färbung

Gezeigt wurde das Bild eines Pärchens gelb-atlasfarbig, einmal mit der typischen Bindenzeichnung, zum anderen mit der bisher in dieser Rasse nicht standardisierten Hämmerung. Bei der Diskussion um die Färbung ging es nicht um die für Atlasfarbene ungewöhnliche Hämmerung, sondern um die Farbe 'Gelb-Atlas'. Diese Färbung sei im arabischen Raum unbekannt und man finde sie auch sonst nicht auf Bildern und Videos von Trommeltauben der Region.

  https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xap1/v/t1.0-9/10389556_424769537678487_4628724842570164301_n.jpg?oh=7ce0fdd7a196291c118f8cb6ee75fd18&oe=555AA16F&__gda__=1430829747_c3f45b47a9ed61a24c2a4107503eba71   https://scontent-a-fra.xx.fbcdn.net/hphotos-xap1/v/t1.0-9/10516763_425196874302420_6071444885335583213_n.jpg?oh=226be0c1ae998333072cf0e76b4e2429&oe=5563A6A4  https://scontent-b-fra.xx.fbcdn.net/hphotos-xfp1/t31.0-8/10866253_424769704345137_2434944290532056812_o.jpg

Abb. 1: Arabische Trommeltauben atlas-gelb gehämmert (n.a.) und atlas-gelb, Abb. 2 Pale-Schwarz und Pale-Schwarz als Flügelstudie

Die unterschwellige Vermutung, es handle sich um Kreuzungen. Vom ersten Auftauchen der Tauben in Deutschland 1960, vom Erscheinungsbild und von der Stimme her sind Kreuzungen allerdings ausgesprochen unwahrscheinlich. Der Verfasser hat Gelb-Atlas  Anfang der 1980er Jahre selbst auf dem Schlag gehabt, wo sie aus den heutigen Rot-Atlasfarbenen gefallen sind. Wahrscheinlich ist, dass die 1960 aus Tunesien importierten Trommler die für Gelb-Atlas notwendigen Erbfaktoren bereits mitgebracht hatten. Das deuteten andere auf dem Markt gezeigte Trommler auch an. Optisch waren es Pale-Schwarze. Pale ist ein Allel (eine Alternative) vom besser bekannten Verdünnungfaktor 'Dilution', der bei ansonsten schwarzen Tauben eine geringere Aufhellung als 'Dilution' bewirkt. Die Tauben sind oft fast schwarz mit leicht erkennbaren Aufhellungen in den Schwingen und nicht dunfarben. Und solche Pale-Schwarze können sich schon unter den ersten Importen befunden haben, die Mathias Holler aus Tunesien vorgenommen hat. Nach Berichten von Kurt Rapp in privater Korrespondenz mit einem Zuchtfreund, die der Verfasser als Kopie aus dem Archiv von Dieter Dammann bekommen hat, waren unter den ersten importierten Tauben sowohl duffe Schwarze mit bräunlichem Anflug als auch "Blaufahle" in Anführungsstrichen, die Holler später Atlasfarben nannte. Bei Kreuzungen von Pale-Schwarzen und Atlasfarbenen werden in der Nachzucht zwangsläufig irgendwann einmal durch Pale verdünnte Atlasfarbene auftauchen, sobald die Erbfaktoren Atlasbronze, Pale, der den Arabern gemeinsame Smoky-Faktor zusammentreffen und der Farbausbreitungsfaktor der Pale-Schwarzen weggefallen ist. Das dürfte dann allerdings bedeuten, dass nicht nur die Gelb-Atlas in Bassum, sondern die meisten Gelb-Atlas weltweit genetisch Pale und nicht Dilution sind. Diese Vermutung hatte Paul Gibson aus den USA schon vor Jahren geäußert.

Dass inzwischen allerdings auch der in den Ausgangstieren nicht vorhandene Faktor 'Dilution' vorkommt, scheint durch hellere Dunfarbene (Abb. 3), Gelbschecken u.a. verbürgt zu sein. Möglicherweise sind auch die mitunter schon gezeigten Gelb-Atlas, bei denen das Gelb auf die Schildfärbung übergreift (Abb. 4), solche Dilution.

 http://www.taubensell.de/bilder-sinsheim/VDT-Sinsheim-I-Dez-04-062.jpg

Abb. 3: Arabische Trommeltaube dunfarben und Abb. 4: Arabische Trommeltaube gelblich überfärbter Gelb-Atlas

Darauf, dass stark gelblichen Tiere nach dem bisherigen Verständnis des Farbenschlages untypisch sind, hatten einige Preisrichter auf Ausstellungen schon hingewiesen. Der Verfasser hatte auf solche Tiere vor 10 Jahren bei der Besprechung der Tiere auf der VDT-Schau in Sinsheim 2004 mit dem hier abgebildeten Tier  aufmerksam gemacht:

http://www.taubensell.de/vdt_sinsheim2004.htm.

Auch diese nach dem Erscheinungsbild verdünntfarbenen Tiere sind dem Typ und der Stimme nach zu urteilen aber auch aus der Rasse heraus entstanden.

Die Arabische Trommeltaube ein Verschnitt aus stimmbegabten Rassen aus Arabien?

Der Name Arabische Trommeltaube wurde der Rasse durch Mathias Holler gegeben. Bei der aus der Region inzwischen bekannten Anzahl von äußerlich sehr ähnlichen Varianten mit unterschiedlicher Stimme scheint der übergreifende Name auf das Zusammenfassen mehrerer Unterrassen und eine Verschmelzung hinzuweisen. Das wurde auch von Nordafrikanern, und in meiner Empfindung etwas abwertend, so vertreten. Sie waren darüber hinaus der Meinung, dass die für die Ausstellung gezüchteten europäischen Tauben zu groß und zu wenig auf Stimme selektiert worden seien. Bei der Vielzahl der Stimmen der Trommlervarianten aus dem arabischen Raum bleibt zu fragen, auf welche Stimme hin selektiert werden solle und was man sich unter einer Mischung vorstellt. Die deutsche Musterbeschreibung gibt für eine Klärung der Frage nach dem richtigen Trommeln bzw. der richtigen Stimme nicht viel her. Die dort einleitend genannte 'eigenartige lachende Trommelstimme' kann vieles bedeuten.

Historische Berichte über unterschiedliche Stimmen und Herkunftsregionen

Erste Hinweise auf die Ahnen der heutigen Arabischen Trommeltauben findet man um 1600 in den Berichten von Abul Fazl, der über die Tauben am Hofe des Akbar Khans berichtete und schon nach der Stimme zwei Rassen unterschied. Wohl den ersten oder einen der ersten Hinweise auf die Rasse in der europäischen Literatur findet man 1735 bei Moore, der Trommler (Trumpeters) von 'lachenden Tauben' (Laugher) unterscheidet. Laugher hat er selbst nicht gesehen, sie sind nach seinen Informationen meist rot gescheckt, es soll sie nach seinen Informanten aber auch in blau gegeben haben (S. 45).  Wenn der Täuber seine Täubin treibe, dann mache er ein Geräusch, dem Gluckern beim Ausgießen einer Wasserflasche ähnlich. Sie machten Geräusche, die wie das Nachahmen eines leichten Lachens klängen. Sie kämen aus dem Heiligen Land nahe Jerusalems.

Baldamus beschreibt 1880 die Stimme der zu der Zeit importierten Tiere als weich, rund und melodisch. Unter den Farben finde man neben Wei­ßen auch Blaue, Schwarze, Rotschimmel, Schwarze mit weißem Kopf und Flügelspitzen, Rote mit weißem Schwanz und Flügelspitzen und andere. Als Herkunft vermutet er den Jemen.

Eine ganz andere Stimme scheinen die 'Lacher oder Beller aus dem Jordanland' gehabt zu haben, die  Jules Montamat aus Marseille 1910 in der Geflügel-Börse beschreibt. Diese Tauben seien im Sudan und in ganz Syrien verbreitet. Sie seien kaum ein Viertel größer als eine Turteltaube, ohne Strukturen, gelegentlich leicht bestrümpft. Gelegentlich würden die Schwingen unter dem Schwanz getragen. Die Stimme liegt nach Montamat ungefähr in der Mitte zwischen Lachtaube und dem Glucksen der Trommeltaube. 'Beller' deutet auf einen anderen Ton hin als 'weich und melodisch'.

Tauben mit einer Kicherstimme sind nach vielen anderen Quellen (u.a. Schütte, Stach, Wolters 1994, Kaupschäfer in mehreren Beiträgen in den Fachzeitschriften) auch aus Thailand bekannt, wohin sie nach Pilgerfahrten aus Mekka als Mitbringsel gekommen seien. Schließlich sind in den letzten Jahrzehnten Kumrus mit einer sehr aktiven und vom Trommeln der Araber ebenfalls deutlich abweichenden Stimme, aber mit dem Erscheinungsbild der Araber, aus der Türkei gekommen.

Die unterschiedlichen Töne der aus Tunesien importierten Tiere wurden von Holler ausführlich beschrieben. Zur Stimme schreibt Edmund Zurth in einem Schaubericht der Nationalen 1964 im Kleintier-Züchter: "Zutraulich, ohne Scheu, lassen sie sich zum Trommeln verleiten. Es ist mehr ein Kichern. Lachen, Rollen, in hoher Tonlage, dabei Stimme und Tonlage wechselnd. Beide, Täuber und Täubinnen unterhalten sich und ihre Beschauer in der angenehmsten Weise". Das klingt eher nach der Beschreibung durch Baldamus und damit anheimelnder als das 'Bellen' und 'Girren', das Montamat beschrieben hat. Und der hat es für seine Tauben wohl korrekt beschrieben, denn letzteres kann man aktuell auf vielen Videos von Tauben aus unterschiedlichen Regionen des arabischen Raumes vernehmen.

Trommeltauben in unterschiedlichen Varianten scheinen danach schon sehr früh über den gesamten arabischen Raum verbreitet zu sein und sogar darüber hinaus.

Fakten und Vermutungen: Woher kamen die Arabischen Trommeltauben Hollers?

Nach den ersten durch Kurt Rapp bestätigten Berichten kamen die ersten Importe aus Tunesien, darunter auch Schecken wie die beiden von Kurt Rapp gezeigten Tiere, die als besonders gute Trommler herausgehoben werden (Abb. 5, 6). Ein gleich aussehendes Tier wurde von Holler in einem Beitrag als Originalimport aus Tunesien vorgestellt.

Abb. 5, 6: Arabische Trommeltauben rotgescheckt auf der Deutschen Taubenschau 1965 in Stuttgart

Etwas später kamen Tauben aus dem Jemen dazu, Holler schreibt 1967 von insgesamt über 60 Tieren aus verschiedenen Herkunftsländern. Dazu gehört nach den ersten Importen aus Tunesien der Jemen, weitere Länder werden nicht genannt. Nach Kurt Rapp waren die aus dem Jemen in der 2. Sendung importierten Tauben weiß, alle kleiner und zierlicher als die Tunesier und alle mit gut ausgeschnittener Kehle. Da die Kehle mit einer kleinen Wamme im Standard festgeschrieben wurde, entsprach die erste Kreuzung und entsprachen die späteren Nachzuchttiere nicht den Anforderungen der Musterbeschreibung. Es waren damit keine idealen Ausstellungstiere und insofern bleibt zweifelhaft, ob sie sich in größerem Ausmaß in der Rasse niedergeschlagen haben. Warum nach diesen Informationen auf einmal bei Holler von Saudi Arabien als Heimat die Rede ist, wird an keiner Stelle begründet. Es ist wohl eine Vermutung Hollers über den Ursprung der lachenden Tauben generell, vielleicht auch gedacht als eine werbende Legende für seine nicht von allen wohlwollend betrachtete Neuheit. Die Vermutung der Legendenbildung dürfte auch für die angebliche Abstammung von einer ausgestorbenen wilden Trommeltaubenart gelten, für die es auch keine Belege gibt. Es ist eine Behauptung, die von anderen als Wahrheit genommen und vielfach zitiert wird. Wie Kurt Rapp in seinem Brief schreibt, hatte Mathias Holler neben großen Kenntnissen in der Taubenzucht auch viel Fantasie und verstand es, Emotionen zu wecken.

Wenn man sich auf die Spurensuche nach Beschreibungen oder gar Bildern von Tauben aus frühen Jahrhunderten macht, wird man wenig finden, woraus man auf einzelne Rassen und bestimmte Verhaltensweisen schließen könnte. Schön anzusehen sind einige der erhaltenen Abbildungen aus alter Zeit dennoch. Für manch einen vielleicht eine Anregung, den Märchen aus  'Tausend und Einer Nacht' weitere hinzuzufügen.

Auf Spurensuche in Tunesien: Sankéji als Ausgangspunkt

Bleiben wir lieber bei den Fakten und knüpfen am letzten verlässlich bekannten Herkunftsort der Tauben an, Tunis bzw. Tunesien. Nach Informationen des gut informierten Tunesiers Mouldi Sahraoui unterscheidet man in Nordafrika und insbesondere in Tunesien gewöhnlich drei Rassen bzw. Untergruppen der 'lachenden Taube' (persönliche Mitteilung). Diese seien äußerlich etwas verschieden, wenn sie auch viele Gemeinsamkeiten wie die relativ kleine Gestalt und das dunkle Auge hätten. Sie würden sich aber noch stärker in der Stimme unterscheiden. Die Unterschiede wurden durch Hinweise auf im Netz vorhandene Videos veranschaulicht. Es waren als erste Rasse Weiße aus dem Jemen mit einer sehr hohen Girrstimme, wie Mövengeschrei aus der Ferne. Die zweite Rasse waren Kuwaities, im Video kurz bestrümpfte sehr helle Schecken mit einer ebenfalls hellen kichernden und hechelnden Stimme, in kurzes rollendes Trommeln übergehend. Als dritte Gruppe wurden Tunesier genannt, die in zwei und möglicherweise weitere Untergruppen unterteilt werden können. Der wesentliche (oder unwesentliche) Unterschied zwischen den bekanntesten Untergruppen scheint die fehlende Federstruktur am Kopf bei den 'Sankéji' im Vergleich mit den 'Mekki' zu sein.

   

Abb. 7: Jemen-Trommeltaube sannwawi (https://www.youtube.com/watch?v=IOlIboYEJSE) , Abb. 8: Kuwaiter mit kurzer Bestrümpfung https://www.youtube.com/watch?v=medMrIGx9EI und Abb. 9: Tunesische Trommeltaube. Der weiße Täuber mit Schnabeltuff (Mekki), die anderen ohne Struktur (Sankéji) wie die anderen Bilder aus im Netz gezeigten Videos (https://www.youtube.com/watch?v=x-ElXORRhkg).

Der Name Sankéji wird von einigen alten Züchtern der Region auf ein Musikinstrument zurückgeführt, genauere Hinweise hat der Verfasser nicht. 'Mekki' führen den Namen nach der Legende, dass sie aus Mekka stammen. Damit wäre man über einen Umweg auch in Saudi Arabien gelandet. Die Stimme bei den Tunesiern soll stark und klar mit vielen Variationen sein. Aus der Stimme liest man 'allah', allah' heraus, aber auch das ist eine Legende (Mouldi Sahraoui, p. Mitteilung).

Wenn man die drei als Beispiele gegebenen Videos heranzieht, dann entsprechen unsere Arabischen Trommeltauben rein äußerlich weder von der Stimme noch vom Aussehen her den Jemenitischen Tauben und auch nicht den Kuwaities. Von den Tunesischen Tauben sind sie dagegen nicht oder kaum zu unterscheiden. Das dürfte nach der Beschreibung und den Fotos der ersten Importe aus Tunesien auch bei diesen Tieren schon so gewesen sein, wenn es rassetaubenzüchterisch auch noch viele Unterschiede gegeben hat. Diese wurden durch die verbindliche Musterbeschreibung schnell beseitigt. Nach der Beschreibung von Kurt Rapp hatten die ersten Tiere teils trockene flache Köpfe, teils waren sie stirnig mit runden Köpfen, ein Teil stand niedrig, andere mittelhoch, einige hatten Hängeflügel, einige eine kleine Schnabelnelke, andere wiederum zwischen Schnabel und Auge eine kleine Rosette. Sie zeigten auch eine kleine Wamme. Gemeinsam war ihnen die gute Stimme: "Variantenreich und zum Teil ausdauernd trommelten sie, daß es eine Freude war, ihnen zuzuhören. Sie wirkten also auf die Ohren besser als auf die Augen".

Vom Erscheinungsbild und von der Stimme her (helles Quietschen, Girren..) ist es wenig wahrscheinlich, dass Tauben wie die auf den Videos gezeigten Jemeniten und Kuwaities in die in Europa gehaltenen Arabischen Trommeltauben eingeflossen sind. Wenn das so wäre, dann hätte sich das in späteren Nachzuchttieren und auch noch heute in Rückschlägen auf die Stimmen dieser Rassen zeigen müssen. Im Ergebnis kann man festhalten, dass die Arabische Trommeltauben kein 'Verschnitt', keine Kreuzung unterschiedlicher Arabischer Trommeltaubenrassen sind, sondern auf Tunesische Sankéji zurückgehen. Wenn es denn für die Argumentation unbedingt eine Kreuzung sein soll, dann zwischen den bis auf die Struktur identischen Sankéji und Mekki als Untergruppen der Tunesischen Trommeltauben, wobei nachfolgend die Kopfstruktur der Mekki durch Auslese verdrängt wurde.

Ausblick

Die arabischen Experten weisen selber darauf hin, dass es auch für sie durch unterschiedliche Benennungen von Rassen schwer ist, einen Überblick über die einzelnen Untergruppen zu behalten, von denen hier nur einige angesprochen wurden. Gleiche Tauben haben in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Namen. Wahrscheinlich wird derselbe Name auch für unterschiedliche Rassen verwendet. In den Regionen und vielleicht sogar in den Zuchten werden auch mehrere Varianten nebeneinander existieren. Das kennt man auch von mitteleuropäischen Rassen. Wenn jemand einen Tümmler aus Köln bezieht, dann mag es für ihn und seine Freunde ein Kölner Tümmler sein. Es könnte sich nach dem allgemeinen Rasseverständnis aber auch um einen Danziger oder Wiener gehandelt haben. Mit den Fortschritten der Molekulargenetik wird man sicherlich in absehbarer Zukunft einen stärkeren Einblick in die verwandtschaftlichen Beziehungen dieser interessanten Stimmwunder gewinnen können. Solche Untersuchungen wären für die Gruppe der Trommeltauben unter Einbezug der europäischen besonders interessant.

Wenn einem ernsthaft am Erhalt einer typischen Trommelstimme gelegen ist, dann wird eine genauere Beschreibung in der Musterbeschreibung hilfreich und wahrscheinlich unumgänglich sein. Das bedeutet nicht, dass ein Preisrichter jetzt gleich die Musikschule besuchen müßte. Man könnte als Preisrichter aber Tauben mit völlig untypischer Stimme oder mit einem normalen Gurren der typischen Haustaube ohne Trommelansatz ausschließen, ohne mit ungewissem Ausgang vor einer Berufungsinstanz zu landen, die der Meinung ist, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen sei, das sei auch erlaubt.

Arabian Trumpeters

Arabian Trumpeters got their name in Germany and later for whole Europe by Mathias Holler who imported the first Trumpeters from Tunis in 1960. At a pigeon market in January 2015 some rare colorations were shown that are uncommon also in Germany. Atlas-yellow are standardized in the barred variety and the author several decade ago made some test mating with the result that they are genetically diluted red-atlas and that red atlas basically are smoky blue plus an additional bronze trait, atlas bronze, that behaves more or less recessive. At the market now several nice yellow-atlas checks were shown as a novelty, at least for the author (Fig. 1). Shown were also pale-blacks with a darker color compared to dun (Fig. 2). After having posted the photos of these pigeons in a pigeon genetic discussion group some fanciers stated never to have seen yellow-atlas in Arabia and they probably had in mind an outcross upon other breeds. However, from the description of the first imports from Tunis we know for sure that the imports included some red-atlas (the term atlas was also invented by Holler) and most probably some pale-blacks. Thus it in not a surprise to get by inbreeding in later generation some young that are pale atlas, lacking Spread. That combinations in homozygous birds brings about yellow-atlas. That confirms the statement from Paul Gibson in the USA several decades ago that most yellow-atlas genetically are not dilute, but pale. Thus the responsible genes were part of the gene pool of the original imports from Tunis. However, in the last decades also dilution showed up in the gene pool. Some nice dun (Fig. 3) and especially dominant yellow and yellow pieds exist. From the type, behavior and voice I assume that they also are not result of an outcross upon other breeds.

In Tunisia usually three main trumpeter groups are distinguished. Trumpeters from Yemen (Fig. 7) with a high giggle voice, the Kuwait Trumpeter (Fig. 8) , again with a high and aggressive voice, and finally Tunisian Trumpeter with a voice, figure and behavior similar to the Arabian Trumpeters in Europe (Fig. 9). They may be separated in at least two sub-groups, Mekki with some small feather ornaments at the head and plain Sankéji.

From the phenotype and behavior of the first imports from Tunisia (Fig. 5) and the sub-groups of Trumpeters that exist in North Africa, especially Tunis (information e.g. from Mouldi Sahroui), we may assume that neither the Kuwait sub-group nor the Yemen sub-group belong to the ancestries of the Arabian Trumpeters raised in Europe. Thus the European pigeons are not a cross breed but are based upon the third group of trumpeters from Tunisia. From the first imports from Tunis most were plain and a few showing ornaments. Thus both sub-groups, Sankéji and Mekki, formed the basis for further breeding according to the standard in Germany and later also in other European countries. Since the standard forbids feather ornaments by selection tufts etc. were eliminated.

The German standard takes Arabia as the place of origin of the breed, and that is not wrong, since Tunisia is part of the Arab region. However, we should be careful since this formulation could suggest that the Arab Trumpeters in Europe are a cross breed of different sub-groups, and that is not true. Holler even stated Saudi Arabia at the place of origin and probably had in mind the development of voice pigeons in Arabia in general. That is possible but not more probable than any other places like Syria, Iran, Irak, Jerusalem, Yemen etc. Holler in addition stated that the Arab Trumpeter were an offspring of an extinct wild trumpeter pigeon, but again there is no proof for this thesis. Holler for himself is told to have been a man with a great knowledge about pigeons, however, also as a man who was able to stimulate imaginations. By the way, not only this but some more stories in the pigeon world appear like tales from Thousand and one Nights. Ancient sources that show pigeons are scarce and there are examples where pigeon breeders and authors of books and articles from some rough line drawing found evidence that their highly esteemed pigeon breed has a history of some thousands of years. One of the better ancient pictures from the 9. century is given in  Fig. 6. For those who want to support sometimes crude theories by documentary evidence the picture might demonstrate alternatively the presence of the Turkish Pigeon in the region or even in our context the atlas Arab Trumpeter. And, even more plausible, some might detect the white pigeon with collier that at that time was considered the outstanding messenger pigeon in the region (Sabbach 1805). However, with progress in molecular genetics it should be possible to answer in a few years some of the open questions raised in this overview.